Karneval 2018 in Düsseldorf: Der Hoppeditz wurde verbrannt

Karneval 2018 in Düsseldorf: Et is so traurisch - der Hoppeditz hat das Zeitliche gesegnet

Hoppeditz-Beerdigung in Düsseldorf

Am Aschermittwoch ist alles vorbei - in Düsseldorf wurde feierlich der Hoppeditz als Inkarnation des Karneval verbrannt. In einer ausgiebigen Trauerfeier wurde seiner gedacht und sein kritischer Geist, seine Ausdauer beim Feiern und natürlich auch seine Potenz gewürdigt.

Eine Trauerfeier für einen Hoppeditz ist wie Karneval im Zeitraffer. Alles kommt noch einmal vor: die Musik, das Schunkeln, das Alt und sogar eine Mini-Hoppeditzrede, vorgetragen von Dennis Vobis, Präsident des Düsseldorfer Narrencollegiums.

Der würdigte "Hoppi" als kritischen Geist, der stets die Richtigen aufs Korn genommen habe — ob nun "den Geisel" wegen des Streits um die Tour-de-France-Kosten, Ministerpräsident Armin Laschet ("drösch wie eine Öcher Print") oder SPD-Politiker Martin Schulz, der bei den Düsseldorfer Sozialdemokraten sicher willkommen sei — weniger Prozente könnte die SPD ja ohnehin nicht mehr kriegen.

Pelze, Trauerschleier und zotige Reden

  • Hoppeditz-Beerdigung in Düsseldorf

Eigentlich hatte Hoppeditz-Darsteller Tom Bauer selbst erscheinen wollen — quasi zur eigenen Beerdigung. Doch er liegt nach einem Treppensturz noch immer flach. "Et is so traurisch!", hieß es auch deswegen ein ums andere Mal in der Trauergesellschaft.

Etliche dutzend Damen und Herren hatten sich in ihr feinstes Trauerzwirn geworfen. Viele Frauen trugen edle Pelze zur Schau, andere hatten Federboas umgeschlungen. Und natürlich durften die kessen Hüte mit schwarzem Schleier nicht fehlen. Die Herren trugen Frack, Mantel und oft auch Zylinder. Nicht ganz so galant wie die Garderobe waren die Reden, die geschwungen wurden. Es ging um Schnaps und ums wilde Treiben des Hoppeditz, der laut Narrencollegiumspräsident Vobis im Karneval durchaus mit Männlein und Weiblein gleichermaßen korpuliert.

Unter lauten "Huhuhuuuu"-Klagelauten wurde der Hoppeditz erst im Stadtmuseum gefeiert, dann ums Carree transportiert und schließlich im Museumsgarten verbrannt. Das Wetter war sonnig und kalt — auch insofern war die Hoppeditzverbrennung ein Mini-Karneval am Aschermittwoch.

(hpaw)