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Düsseldorf-Süd: Feuerwehr-Sperren bei Veedelszügen?

Düsseldorf-Süd : Feuerwehr-Sperren bei Veedelszügen?

Feuerwehrmann Norbert Tetzlaff schlägt vor, dass die Freiwillige Feuerwehr für die Züge in Reisholz-Hassels und Itter ihre Wagen zur Verfügung stellt. Beim Erntedankfest in Urdenbach hilft die Freiwillige Feuerwehr schon seit Jahren.

Es sind keine drei Wochen mehr, bis der Karneval seinen Höhepunkt erreicht. Am Wochenende 25. und 26. Februar sind überall in der Stadt Veedelszüge geplant. Auch in Itter und Hassels/Reisholz; dort sollen die Veranstalter mit Barrieren die Züge gegen Anschläge mit Lastwagen sichern. Heute früh haben die Reisholzer Quatschköpp ihr Treffen mit Vertretern vom OSD, Feuerwehr und Polizei. In dem werden sie erfahren, an wie vielen Punkten sie den Zug sichern müssten. Mit dabei ist auch Quatschköpp-Präsident Albert Brüntrup, von dem man mit Fug und Recht behaupten kann, er trägt sein Herz auf der Zunge: "Wissen Sie, es kann doch nicht sein, dass wir für die Sicherung unseres Veedelszuges gegen Terrorgefahren in die Pflicht genommen werden. Wie sollen wir Ehrenamtler das stemmen, sowohl logistisch als auch finanziell." Seine persönliche Meinung ist, dass nicht die Vereine das zu organisieren haben.

RP-Leser Norbert Tetzlaff arbeitet bei der Berufsfeuerwehr und ist seit vielen Jahren dem Brauchtum verbunden. In einer Mail an die Zug-Organisatoren, Oberbürgermeister Thomas Geisel und der RP schlägt er vor, Wagen der Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerks als Barriere zu nutzen. "Die Feuerwehr Düsseldorf erhebt zu Recht den Anspruch, schnelle Hilfe zu leisten. Immer. Wenn man diesen Anspruch ein wenig zweckentfremdet, lässt sich daraus vielleicht auch eine schnelle Hilfe für unsere Veedelszüge stricken", sagt der Werstener im Gespräch mit unserer Redaktion.

Schon seit Jahren helfe die Freiwillige Feuerwehr bei zahlreichen unterschiedlichen Veranstaltungen. "So unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Garath beispielsweise den Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach (ABVU) beim Erntedankfest", sagt Tetzlaff - und zwar erfolgreich. Das bestätigt ABVU-Vizechef Thorsten Winter. Seit mindestens 20 Jahren ist die Garather Feuerwehr dabei. "Das müssen wir jedes Jahr neu beantragen", sagt Winter, denn damit sei ein großer Aufwand verbunden, das betreffe unter anderem die Dienstpläne der Garather Berufsfeuerwehr. Die Wagen stehen an den Haupteingangsstraßen der Urdenbacher Allee, am Rhein, an der Südallee und an der Kammerathsfeldstraße als Straßensperren.

Wenn es nach Norbert Tetzlaff geht, könnte die Freiwillige Feuerwehr Garath den Veedelszoch in Hassels/Reisholz mit ihren Fahrzeugen über 7,5 Tonnen unterstützen, während die Freiwillige Feuerwehr Himmelgeist Nachbarschaftshilfe in Itter leisten könnte. "Das sind nur zwei Beispiele für den Düsseldorfer Süden", sagt der Werstener und fügt hinzu: "Es gibt ja noch mehr Veedel. Aber auch noch mehr Feuerwehr."

Und dann gebe es schließlich noch die Berufsfeuerwehr, bei der Tetzlaff seit 30 Jahren arbeitet. "In deren Reihen befindet sich mit Sicherheit auch der ein oder andere Jeck, der ehrenamtlich Unterstützung leistet. Ich wäre einer von den Jecken", sagt er. Ihm sei bewusst, dass die Feuerwehr gerade an Karneval schon mit mehr Personal (verstärkter Rettungsdienst) belastet sei. Da die Veedelszüge aber am Samstag und Sonntag stattfänden und der Zeitraum überschaubar sei, sollte es doch zu packen sein, ist er überzeugt.

Um die Gefahrenstellen nach den erforderlichen Vorgaben abzusichern könnten seines Erachtens auch Fahrzeuge der Feuerwehrschule in Garath genutzt werden, denn am Wochenende ist kein Schulbetrieb.

Und noch einem positiven Aspekt hat sein Vorschlag. Das Problem der Versicherung: "Alle Feuerwehrwagen sind über die Stadt versichert." Das Ganze sieht Tetzlaff allerdings nicht als Dauerlösung, doch die Zeit drängt.

Währenddessen hat der ABVU wesentlich mehr Zeit, auch wenn die Planungen für das Erntedankfest weitgehend abgeschlossen sind. "Wir warten den Rosenmontagszug ab, ehe wir neu über unser Sicherheitskonzept entscheiden", sagt Thorsten Winter und gibt zu bedenken, dass Brauchtumsveranstaltungen in Gefahr sind, weil sich die kleinen Vereine die Kosten für weitere Sicherheitsauflagen bald nicht mehr leisten können.

(RP)