Düsseldorfer Karnevalshits 2019: Von Mottolied "Jemeesam Jeck" (Jolly Family) bis Geheimtipp

Vom Mottolied bis zum geheimen Superhit: Alles, was man über Düsseldorfer Karnevalshits wissen muss

Im Karneval gilt: Neue Session - neue Hits. Doch natürlich werden auch die größten Kracher der vergangenen Jahre hervorgeholt. Wir haben uns die CD „Düsseldorf is megajeck 2019“ mal kritisch angehört - und einige Erkenntnisse destilliert.

  • Das ist der offensichtliche Hit Was passiert auf „Zimmer 111“? So einiges! Hally Gally beschreiben das wilde Karnevalstohuwabohu im gleichnamigen Song. Der Song ist ein echter Kracher, souliger Poprock vom Feinsten, dazu ein witziger Text mit schlauen Reimen. Die zügigen 140 Beats pro Minute eignen sich wunderbar zum Tanzen.
  • Das ist der geheime Hit Ein Song, der nicht von Feiern, jeck sein oder von der Heimat Düsseldorf handelt – das findet man selten im Karneval. Die Fetzer steuern mit „Sing mit (Döpp Döpp Döpp)“ ein solches Stück bei. Zugegeben: Es handelt sich um Liedgut, dass die Fetzer freimütig auch fürs Sommerbrauchtum verwenden. Insofern wären die Worte „jeck“ oder „Karneval“ ohnehin fehl am Platz. Trotzdem: Ein Song übers Songschreiben, der textlich durchaus eine Geschichte erzählt, mit pfiffiger Pfeifmelodie gute Laune macht und trotzdem simpel genug zum Mitsingen ist – sowas muss man erst mal schreiben. (Und das Ganze hat Gottseidank auch nichts mit Scooter zu tun.)
  • Diesen Text sollte man auswendig lernen Für größtmöglichen Effekt ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, den Text des Mottoliedes „Jemeensam Jeck“ von The Jolly Family auswendig zu können. Das wird einfach am häufigsten gespielt. Zum Glück ist der Refrain selbst für ein Karnevalslied nicht überkomplex: „Na, nananana, ehejo, na, nananana, ehejo, na, nananana, wir sin’ jemeensam jeck!“ Beim Strophentext wird es dann allerdings schon schwieriger. Der ist nämlich komplett in Mundart. Aber wie immer gilt: feste geschunkelt ist schon halb mitgesungen.
  • Das ist der richtige Song für den Karaoke-Abend Ideal für alle, die sich nicht alleine auf die große Playback-Bühne trauen, ist auf jeden Fall „Tanz den Jupp“ von Jeck United. Ob Frauen oder Männer - die bassigen Hintergrundchöre machen richtig Spaß und lassen sich auch bei erhöhtem Alkoholpegel textsicher mitsingen (immer abwechselnd „dödödöp“, „hey“, „ho“, „la la la la la“ und „nein nein nein nein nein“ und „ja ja ja ja ja“). Es braucht nur einen Vorsänger, der etwas Showtalent hat und Zeilen wie „Der Josef liebt Musik/’nen geilen Bass, der schiebt“ mit Charisma abliefern kann.
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  • Dieser Song könnte auch auf der Kuschelrock sein „Do bes ons Heemot“ besingt nicht direkt die Liebe zu Partner oder Partnerin, sondern eher zu Düsseldorf. Aber die Ballade der Düsseldorf All Stars kann man durchaus auch bei Kerzenlicht oder zumindest Feuerzeuggeflacker hören. Und wer seiner Liebsten die Anfangszeilen „Du bes cool on bes elejant,/ mienstens fair, för jede Jeck charmant./Du bes ons Jlöck, mäks ons emmer widder neu verröck“ ins Ohr haucht, macht damit romantiktechnisch bestimmt nichts falsch.
  • Das ist der Song zum Hüpfen und Springen Was passiert, wenn Seed, Schneider Wibbel und ein Karnevalsprinz ein Kind zeugen? Wahrscheinlich singt es diesen Song, wenn es auf die Welt kommt: „Kannste kein Rheinisch“ von Linsending stampft, bringt den Popo zum Wackeln und lässt sich dabei sogar mitgrölen. Der Text ist (natürlich) in schönstem Rheinisch verfasst, erteilt aber allen mit Augenzwinkern die Absolution, die es bisher nicht geschafft haben, diese spezielle Sprache zu lernen.
  • Das ist der politischste Song Es gibt eigentlich nur einen wirklich politischen Song auf „Düsseldorf is megajeck 2019“: „Herz gegen Hass“ von Alt Schuss. Ein ganz unpathetischer, authentischer Song gegen rechte und sonstige Hetze. Den Bogen zum Karneval kriegt die Band gerade noch so mit der Zeile „Form ein Herz gegen Hass, für die Liebe und den Spaß“.
  • In diesem Song steckt am meisten Düsseldorf „Wo dä Schlosstorm mem Lambähtes danze geht, wo dä Wibbel alles widder anenandernäht, wo Latähne funkele met de Stähne öm de Wett, an de Düssel, do ben ech zo Huus!“, singt Heinz Hülshoff. Und ja, er spart auch unangenehme Wahrheiten nicht aus: dass Düsseldorf nämlich als etwas versnobbt wahrgenommen wird. Fazit des Songs: Uns doch egal - das Düsseldorf-Gefühl verstehen eh nur echte Düsseldorfer. Stimmt: Wer hier jedes Wort im Text versteht, der ist wirklich in der Stadt angekommen.
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