Benrath : Der Bunker wurde zum Tanzpalast

Die Paulsmühler Jecken feierten am Samstag im Bunker an der Paulsmühlenstraße eine bunte und abwechslungsreiche Karnevalsparty für kleine Jecken.

Die kleine Elfe hat ihre zarten rosa Flügel vergessen und steuert auf ihre Mama zu, damit die Kostümierung komplettiert wird. Ihre Tanzpartnerin, eine Mini-Närrin, die sich noch nicht so ganz sicher auf den Beinen halten kann und als Erdbeere verkleidet ist, stört das nicht. Tanzen kann sie auch ohne Elfe. Und eine reife Erdbeere ist gut gepolstert, falls ihr Bodenkontakt widerfährt.

Auf der Bühne des Bunkers in der Paulsmühlenstraße wird gehüpft, gewippt, gedreht, mit den Hüften geschaukelt und gerannt, was die Beine hergeben - sogar Ansätze vom Cancan lassen sich erkennen. Bei der Kinderkarnevalssitzung der Interessengemeinschaft Paulsmühler Jecken im Vereinsdomizil stürmen am Samstag Gäste im Alter von drei bis zwölf Jahren mit Vorliebe selbst die Bühne - und das ist zwischen den Auftritten der Profis definitiv erwünscht.

"Ich bin stark wie ein Tiger, groß wie eine Giraffe und ich spring immer wieder... heut ist so ein schöner Tag" - was gibt es für Kinder Schöneres als Bewegungslieder. Aber Bauchrednerin Susanne hat nicht nur Lieder, sondern auch Sir Henry mitgebracht. Das ist eine vorlaute Vogelfigur, die ziemlichen Unsinn redet - wie diesen: "Zwei plus zwei sind 38." Da müssen ja schon Fünfjährige laut lachen.

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Die Tanzgruppe "Rheinsternchen" entert gleich zwei Mal die Bühne. "Sie sind Stammgäste bei uns und haben immer zwei Auftritte, einmal den Gardetanz und einmal etwas Modernes", erzählt Rainer Hülsmann, Vorsitzender der Paulsmühler Jecken. Im schwarzen Dress mit jeweils unterschiedlichen bunten Accessoires führen sie ihre Zuschauer durch ein musikalisches Potpourri von fünf Jahrzehnten. Zu Mrs. Robinson, Pretty Woman, Dancing Queen und anderen Ohrwürmern legen sie eine flotte, ausgeklügelte Choreografie sowie artistische Figuren auf das Parkett. Die Rheinsternchen sind toll - aber selber tanzen ist noch toller.

Die kleine Elfe ist ihrer Flügel überdrüssig, Mama montiert sie gerade wieder ab. Der Petticoat mit rosa Überrock reicht; stabile Kostüme haben Priorität. Zwei Mütter aus Eller sitzen mit grünem Hütchen und Rasenumhang als "Blumenwiesen" im Publikum. "Wir haben die Veranstaltung im Internet gefunden und sind begeistert", meinte eine von ihnen. Ihre vier Kinder seien pausenlos unterwegs.

Inzwischen ist Clown Picco aufgetaucht. Er sucht eine Prinzessin zum Anführen der Polonaise. Um ihn herum wimmelt es nur so von Prinzessinnen gewandet in den Farben Türkis, Rosa, Weiß und Gold. Es wird ein Kompromiss gefunden, die Prinzessinnen wollen abwechselnd anführen - und los geht's. Die kleine Erdbeere hat müde Beine. Trotzdem: Polonaise muss sein, wozu sind Mamas Schultern da? Der närrische Nachwuchs ist nach vier Stunden geschafft und glücklich.

(RP)