ARD zeigt Düsseldorf Helau - Jeck erst recht: Kokolores für die Karnevalisten zuhause

Karneval in Düsseldorf : Kokolores für die Karnevalisten zuhause

Ein Regisseur aus Düsseldorfer will frischen Wind in die TV-Sitzung bringen, die Mittwochabend im Ersten ausgestrahlt wird.

Diesen Termin haben sich Deutschlands Jecken schon dick in den Kalender eingetragen: Mittwochabend um 20.15 Uhr läuft in der ARD die TV-Sitzung, die vor über zwei Wochen in Düsseldorf aufgezeichnet wurde. Vieles von dem, was die 900 Gäste da schon im Saal zu sehen bekamen, fand Zugang in die gut zweistündige Zusammenfassung - immerhin viereinhalb Stunden Material gab es vom Großevent.

Einiges wird allerdings auch verblüffen. Zu Beginn der Aufzeichnung gab es eine Panne: Drei Mal musste Moderator Stefan Kleinehr den Künstler Ne Hausmann ansagen, der erschien aber nicht, da er eine falsche Auftrittszeit genannt bekommen hatte. Auch wenn dieses Malheur das Programm ordentlich durcheinandergewirbelt hat: Kleinehr, der auch Künstlermanager und CC-Vize ist, bewies einmal mehr seine Flexibilität und meisterte diese Hürde mit Bravour, und aufgrund des Schnittes wird dem TV-Zuschauer das Intermezzo gar nicht auffallen, denn in der Sendung morgen tritt Ne Hausmann wie geplant direkt am Anfang auf, wie Kleinehr sagt.

Ein paar Programmpunkte sind laut WDR allerdings vollkommen dem Schnitt zum Opfer gefallen: Dat Fimmännchen, Heinz Hülshoff, De Rhingschiffer, Michael Hermes, Jolly und Hally Gally sind raus. "Wir haben uns die Entscheidung natürlich nicht leicht gemacht", betont eine WDR-Sprecherin.

Großes Vergnügen dürfte den TV-Zuschauern die Sendung allemal bereiten. Als Regisseur verpflichtete der WDR mit Bastien Angemeer einen äußerst erfahrenen Könner. Auch, wenn er selber lieber im Hintergrund wirkt, gilt er mittlerweile als ein Star seiner Zunft und Garant für beste Unterhaltung. Groß war der Wunsch bei den Verantwortlichen, dass sich mehr von der Stimmung im Saal in die TV-Show transportiert, und Kleinehr und Angemeer sind zuversichtlich, dass das auch gelungen ist. So soll mehr von der ausgelassenen Atmosphäre rüberkommen, und der eine oder andere Gast wird sich auch wiederentdecken im TV.

Obwohl Angemeer schon zahllose Produktionen mit Millionenpublikum wie "Deutschland sucht den Superstar", "Ich bin ein Star" und "Wer wird Millionär" inszenierte und mit seinen 48 Jahren reich an Erfahrung ist, hatte er vor der Karnevalssitzung größten Respekt. "Das hat auch damit zu tun, dass es mein erstes Heimspiel war", sagt der Düsseldorfer, der heute bei Hubbelrath lebt. Eine gewaltige emotionale Herausforderung sei das gewesen, "das musste einfach gut werden". Seine persönlichen Highlights verriet er auch: "Erstmal war ich beeindruckt von dem super Publikum, das hat traumhaft mitgemacht. Markus Krebs ist toll, die Band Kokolores, und Brings ist auch der Knaller", sagt der Regisseur. Ansehen wird er sich die Sendung morgen Abend auch - mit seiner Familie, "und ich bin schon gespannt auf das Feedback". Sein Einsatz als Regisseur beim Rosenmontagszug 2019 ist auch schon fix, dieses Jahr wird er den Kollegen schon mal über die Schulter schauen.

Glücklich über die Wahl Bastien Angemeers ist auch Stefan Kleinehr. "Eine wirklich großartige Entscheidung, die das Publikum auch gutheißen wird." Da er morgen Abend unterwegs ist, wolle er sich die Sendung in der Mediathek anschauen, sagt Kleinehr. Und natürlich ist er gespannt auf die Quote, die sich in den Vorjahren um die vier Millionen bewegte. Auch der Sendeplatz am Mittwochabend besitzt für ihn einen großen Reiz - bis auf 2017, wo die TV-Sitzung an einem Samstag ausgestrahlt wurde - war es immer ein Mittwoch.

In diesem Jahr wurde die Ausstrahlung noch mal um eine Woche vorverlegt. "Am Karnevalssamstag hat das TV-Publikum schon einige jecke Sendungen hinter sich, und die Top-Künstler treten ja auch in vielen TV-Shows auf. Daher ist der Mittwoch prima, die Leute sind noch nicht so übersättigt vom Karneval."

(bpa)
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