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Rosenmontagszug: Kardinal Meisner schimpft über Karnevalswagen

Rosenmontagszug : Kardinal Meisner schimpft über Karnevalswagen

Auf dem Düsseldorfer Rosenmontagszug hat der Papst dem Teufel die Hand geschüttelt. Der Teufel war in diesem Fall der Bischof Williamson, der ein Holocaust-Leugner und ein illegal geweihter Tradionalisten-Bischof ist. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hält den Papst-Motivwagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug für verletzend.

Die Darstellung, "wie Papst Benedikt XVI. dem Teufel in Gestalt von Bischof Williamson die Hand reicht", wolle er nicht unwidersprochen lassen, schreibt der Erzbischof in der nächsten Ausgabe der "Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln". Meisner wörtlich: "Die Darstellung ist nicht nur falsch, sie ist auch verletzend."

"Darstellung falsch und verletzend"

Der Kardinal betont in dem als "Zwischenruf" bezeichneten Beitrag, der Karneval gebe gute Gelegenheit, Politik und Gesellschaft fröhlich aufs Korn zu nehmen. "Doch wenn aus Humor Häme wird, aus Verulkung Verletzung und aus Überzeichnung Verfälschung, dann verliert der Karneval." Das sei durch den Papst-Wagen in Düsseldorf geschehen.

Beim Weltjugendtag 2005 in Köln hätten die Rheinländer dem Papst ihre Herzen weit geöffnet, schreibt Meisner weiter. Herzlichkeit und Fröhlichkeit seien auch Kennzeichen des Karnevals. "Das sollte so bleiben", betont der Kardinal. Auf dem Karnevalsgefährt des Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly schüttelt der Papst dem Holocaust-Leugner und illegal geweihten Tradionalisten-Bischof Williamson lächelnd die Hand. Der Pius-Bruder ist als roter Teufel mit der Aufschrift "Antisemitismus" dargestellt.

(KNA)