Karaoke in Düsseldorf: Die besten Tipps für die Karaoke-Bar

Keine Angst vor der Bühne : Drei Goldene Regeln für Erfolg beim Karaoke

Singen vor Leuten – eine Horrorvorstellung. Bis zum ersten Mal in der Karaoke-Bar. Dann beginnt die Sucht. Unsere Autorin erklärt die Grundlagen – und sagt, wo man in Düsseldorf performen kann.

Entsetzen – anders kann ich den Gesichtsausdruck eines Freundes nicht beschreiben, als ich neulich vorschlug, wir könnten doch in eine Karaoke-Bar gehen. Singen? Vor Leuten? Fremden Leuten? Auf keinen Fall.

Dabei beruht der Karaoke-Horror der meisten Menschen sehr wahrscheinlich auf ein paar relativ falschen Vorstellungen. Jedenfalls stelle ich immer wieder fest: Wenn sich doch jemand von mir überreden lässt, hat derjenige mindestens einen schönen Abend – und häufig endet dieser Abend damit, dass ich ihn oder sie mit Gewalt von der Bühne zerren muss.

Grundsätzlich gibt es in Düsseldorf zwei Karaoke-Optionen: Entweder, man geht (allein oder in einer Gruppe) in eine Bar, die offene Karaoke-Abende veranstaltet. Die beiden Irish Pubs in der Altstadt (McLaughlins und O’Reilly’s) tun das zum Beispiel jeden Freitag. Oder man bucht in einer speziellen Karaoke-Bar, von denen es mehrere im Japanviertel gibt (wie diese hier), einen Raum für eine Gruppe. Dort ist man unter sich. Der Vorteil: Man kann einen Song nach dem anderen wählen, während man bei offenen Bühnen warten muss, bis man dran kommt. Der Nachteil: Man hört keine anderen Menschen singen (was sehr unterhaltsam sein kann) außer die eigenen Freunde und meistens sind die Getränke relativ teuer.

Drei Goldene Regeln für Erfolg beim Karaoke

  1. Beim Karaoke muss niemand singen. Es macht mindestens so viel Spaß, zuzuhören, andere Sänger anzufeuern und ansonsten Charakterstudien zu betreiben. Graue Mäuse entwickeln sich zu Diven, Klassenclowns werden klein mit Hut und ganz starke Männer singen rührende Balladen. Karaoke bietet menschliche Schicksale – besser als jede Seifenoper.
  2. Bei Karaoke geht es nicht um Musik – Karaoke ist Sport. Entscheidend ist nicht, dass man jeden Ton trifft (auch wenn sich das besser anfühlt). Entscheidend ist die Show. Dafür ist es wiederum unerlässlich, einen Song auszuwählen, den man sehr gut kennt und irgendwie glaubwürdig rüberbringen kann. Ich werde nie vergessen, wie eine Freundin mal beim Karaoke meinte, sie suche nach einem einfachen Song, nicht zu hohe Lage. Als ich sie das nächste Mal wiedersah, wiegte sie sich auf der Bühne zu den ersten Takten von Kate Bushs „Wuthering Heights“. Eins muss man ihr lassen: Sie hat die Nummer ehrenvoll zu Ende gebracht. Ein paar Dos and Don’ts: Finger weg von Hip Hop. Auch, wenn es im Auto oder unter der Dusche gut klingt: Nur ganz wenige Menschen auf der Welt können rappen. Das Gleiche gilt für „Bohemian Rapsody“ von Queen – den Song sollte man Profis überlassen. Wenn Sie wollen, dass die Menge Ihnen zujubelt, wählend Sie bekannte Hits, die sich zum Feiern eignen. „Wannabe“ von den Spice Girls oder „Everybody“ von den Backstreet Boys funktionieren immer. „Hotel California“ von den Eagles auch. Alle Oasis-Songs sind prima, denn die eignen sich vortrefflich zum Mitgrölen. Betrachten Sie das Publikum und versuchen Sie, anhand von Alter, Geschlecht und sexueller Orientierung den richtigen Song auszuwählen – falls es Ihnen um den Ruhm geht. Falls Sie einfach nur Spaß haben wollen, wählen Sie den Song, den Sie auswändig mitsingen können, weil Sie ihn lieben – und performen Sie, als hinge Ihr Leben davon ab.
  3. Beim Karaoke sind alle Freunde. Jeder Sänger wird mit Jubel begrüßt und mit Applaus verabschiedet. Buhrufe sind absolut tabu. Was nicht bedeutet, dass Sie an Ihrem Tisch nicht freimütig über verunglückte Auftritte herziehen dürfen. Denken Sie nur dran: Sie könnten der Nächste sein, der denkt, „Hey Jude“ von den Beatles wäre einfach zu singen.
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