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Kampagne der Düsseldorfer FDP löst viel beachtete Debatte bei Twitter aus

Kritik an „Düsseldorf“-Slogans : Kampagne der Düsseldorfer FDP löst Debatte bei Twitter aus

Eine gut vernetzte SPD-Nachwuchspolitikerin spottet über die Düsseldorf-Slogans der Liberalen für die Kommunalwahl. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Kevin Kühnert fühlt sich an Klaus Wowereit erinnert. Der FDP dürfte so viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien nicht unrecht sein.

Die am Dienstag vorgestellte Wahlkampagne der FDP mit dem Motto „Düsseldorf verstehen“ sorgt für viele Reaktionen in den sozialen Medien. Das meiste Aufsehen erregt allerdings ein kritischer Twitter-Beitrag, der von einer Sozialdemokratin kommt.

Nachwuchspolitikerin Lilly Blaudszun, die mit rund 27.000 Followern  als „politische Influencerin“ für die Sozialdemokraten gilt,  spottete über ein Wahlplakat der Oberbürgermeister-Kandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), auf dem es heißt: „Düsseldorf kriegt, was Düsseldorf verdient: eine Düsseldorferin.“

Aus Sicht der 19 Jahre alten Politikerin aus Mecklenburg-Vorpommern ist das etwas zu viel Düsseldorf. Blaudszun stellt sich vor, wie die FDP „monatelang“ mit einem Kampagnenteam und einer teuren Agentur überlegt hat. „Und alles, was daraus resultiert, ist Düsseldorf.“

In den Kommentaren tobt die Debatte, ob die Kampagne nun originell oder blöd ist – so viel Aufmerksamkeit dürfte der FDP nicht unrecht sein. Eine der interessantesten Reaktionen kommt vom stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert. Der erinnert daran, dass der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit einst mit dem Slogan „Berlin verstehen“ geworben hat. Ob die Berliner Agentur, die für den Düsseldorfer Kreisverband tätig war, sich daran erinnert hat?

Der Düsseldorfer Kreisverband hatte sich bei der Vorstellung der Kampagne am Dienstag mit seiner Stärke in den sozialen Medien gerühmt. Insbesondere Strack-Zimmermann ist mit mehr als 15.000 Followern gut vernetzt, die Beiträge der früheren Vize-Bundesvorsitzenden werden auch weit über die Stadtgrenzen hinaus beachtet.

Auch CDU-Kreisparteichef Thomas Jarzombek ist wenig angetan von der Kampagne der Konkurrenz. Er reagierte ebenfalls bei Twitter. „Ich kenne viele tolle Düsseldorfer, die tatsächlich woanders geboren sind“, schreibt er. „Schade, dass die FDP solche Lebensläufe offenbar nur wenig wertschätzt.“ CDU-Kandidat Stephan Keller wurde in Aachen geboren, auch die Oberbürgermeister-Kandidaten von SPD und Grünen – Thomas Geisel (geboren in Ellwangen) und Stefan Engstfeld (wuchs in Ratingen auf) – sind anders als Strack-Zimmermann Zugezogene.