Nach Messerstechereien: Kameras auf dem Burgplatz?

Nach Messerstechereien: Kameras auf dem Burgplatz?

Nach den Messerstechereien vor wenigen Tagen werden immer mehr Stimmen laut, die fordern, die Videoüberwachung in der Altstadt auszuweiten. Zuständig ist der Polizeipräsident, der zeigt sich jedoch skeptisch.

Die Rufe nach einer Ausweitung der Videoüberwachung werden lauter. "Das ist ein wesentlicher Beitrag für mehr Sicherheit", so CDU-Chef Klaus-Heiner Lehne. "Die meisten Bürger stört das auch nicht. Ich fühle mich dadurch jedenfalls nicht in meinen Rechten eingeschränkt."

Bislang wird in Düsseldorf nur ein Platz (NRW-weit vier) videoüberwacht: der Bolker Stern zwischen Heine-Allee und Hunsrückenstraße. Weil es dort nachts immer wieder zu Schlägereien gekommen war und das Pflaster als Kriminalitätsschwerpunkt galt - laut NRW-Polizeigesetz Voraussetzung für Videoüberwachung - gab's vor mehr als zwei Jahren grünes Licht für die Kameras. Seitdem sank dort die Kriminalität um mehr als acht Prozent. Nach den Messerstechereien, unter anderem auf dem Burgplatz, mehren sich nun die Stimmen, die auch den Bereich rund um den Schlossturm unter Beobachtung stellen wollen. Auch die Altstadtwirte haben sich dafür ausgesprochen.

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Anders die FDP: "Ich finde diese Video-Hysterie unerträglich", so Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Mit diesem Populismus wolle man die Bürger nur verunsichern. "Wer mehr Kameras fordert, muss mir erst erklären, was er damit verhindern will. Terrorismus oder Drogenhandel?" Auch Grüne und SPD stehen einer Ausweitung skeptisch gegenüber. "Zunächst will ich wissen, ob auf dem Burgplatz tatsächlich massiv Straftaten begangen werden", sagt SDP-Fraktionschef Günter Wurm.

(RP)
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