Mobile Redaktion in Düsseldorf: Kalkumer wünschen sich bessere Radwege

Mobile Redaktion in Düsseldorf: Kalkumer wünschen sich bessere Radwege

Kalkum ist einer der ältesten Stadtteile von Düsseldorf und besitzt zahlreiche historische Gebäude. Die Bewohner sorgen sich um den Erhalt des Erscheinungsbildes.

Die Kalkumer schätzen die Lebensqualität in ihrem beschaulichen Stadtteil hoch ein. Der dörfliche Charakter, das viele Grün und die gute Nachbarschaft hoben am Samstag viele Besucher am Stand der Mobilen Redaktion der RP hervor.

Umso mehr bereitet den Kalkumern Sorge, dass der Stadtteil gerade dieses dörfliche Erscheinungsbild verlieren könnte. "Der Ort wird immer hässlicher, denn überall darf an- und umgebaut werden, jede noch so kleine Freifläche wird einfach zugebaut", sagt Charlotte Becker-Bernstein.

Aus diesem Grund wünscht sich Albert Scherges, dass mit Baugenehmigungen sensibler umgegangen wird. Das fordern auch die Anwohner der Wohnanlage Kleianshof. Die katholische Kirche möchte ein angrenzendes Grundstück verpachten, so dass dort sieben Einfamilienhäuser gebaut werden könnten. "Wir halten das an dieser Stelle für vertretbar, zumal dort mit dem Kleianshof Bebauung vorhanden ist und es ausreichend Freiflächen um Kalkum herum gibt", sagt Michael Bergmann, Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Lambertus.

Die Gegner des Bauvorhabens sehen das anders. Sie fürchten, mit einer Genehmigung werde ein Präzedenzfall geschaffen, der die Bebauung weiterer Flächen nach sich ziehen könnte. "Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten, aber vielleicht hat der persönliche Austausch der Argumente bewirkt, dass unsere Anliegen neu überdacht werden", sagt Anwohnerin Simone Brouwers nach der sehr emotional geführten Diskussion.

Einigkeit herrscht bei den Kalkumern, wenn es um ihr Schloss geht. Das im 17. Jahrhundert erbaute Barockschloss gehört dem Land: Es will Gebäude und Park verkaufen. "Wir wollen erreichen, dass der Park für die Bevölkerung öffentlich bleibt", sagt Peter von der Heiden, Mitglieder der Initiative Schloss Kalkum. Diese hat bereits mehr als 1000 Unterschriften gesammelt und wird von zahlreichen Vereinen und Institutionen im Stadtnorden unterstützt.

Ein weiteres Ärgernis sind die Kanalsanierungsarbeiten. Die haben nicht nur jahrelang für Dreck, Lärm und Sperrungen gesorgt, sondern ziehen hohe Kosten für die Bürger nach sich. "Wir müssen nun auch das Regenwasser in die Kanäle einleiten. Doch für den Anschluss an den Kanal müssen wir aufkommen. Bei uns sind das bis zu 20 000 Euro für eine Maßnahme", sagt Dirk Brunke.

Hintergrund der Kanalerneuerungen ist eine Wasserrahmenrichtlinie der EU. Sie schreibt vor, dass bis 2015 alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden sollen. "Da hat die Stadt Düsseldorf keinen Handlungsspielraum", erklärt Matthias Röhl (FDP), der wie sein Kollege aus der Bezirksvertretung 5, Dieter Horne (SPD), den Bürgern zahlreiche Fragen direkt beantwortete.

Diese bemängelten unter anderem gefährliche Verkehrssituationen aufgrund fehlender Bürgersteige und den schlechten Zustand von Rad- und Wanderwegen.

(RP/ila)
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