Düsseldorf: Kaiserswerth will den Kö-Pavillon

Düsseldorf : Kaiserswerth will den Kö-Pavillon

Der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth (HBV) will den Pavillon in den Stadtteil holen, um darin das 2009 bei Deichsanierungen in Kaiserswerth geborgene Plattbodenschiff auszustellen.

Eine neue Idee für die Verwendung des Kö-Bogen-Pavillons schlägt nun der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth (HBV) vor. Er möchte gerne das millionenteure Bauwerk nach Kaiserswerth holen, um darin das 2009 bei Deichsanierungen in Kaiserswerth geborgene Plattbodenschiff auszustellen. Der Pavillon muss im Jahr 2015, wenn die Wehrhahn-Linie in Betrieb geht, vom Corneliusplatz weichen. Was dann aber mit dem gläsernen Kasten geschieht, ist noch offen.

Die Kunstsammlung NRW regt an, den Pavillon an den Kaiserteich vor das K21 im Ständehaus zu stellen. Der Kaiserswerther Bürgerverein bringt gleich zwei weitere mögliche Standorte ins Gespräch. "Für uns käme der Herbert-Eulenberg-Weg in Frage, also die Stelle, wo das Schiff gefunden wurde. Dort könnte man den Pavillon mit dem vorhandenen, unter Denkmalschutz stehenden Pumpenhaus aus dem Jahr 1928 verbinden. Das würde ein ideales Ensemble ergeben", sagt Armin Mahn, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Der Turm am Pavillon würde zudem an dieser Stelle eine tolle Aussicht über den historischen Stadtkern und den Rhein ermöglichen. Außerdem könnte sich der Verein in der oberen Etage des Pavillons die Einrichtung eines Jugendcafés vorstellen.

Als zweiten Standort kommt für den HBV ein Areal am Kaiserswerther Kreisverkehr an der Niederrheinstraße in Frage. "Hier könnte das unansehnliche Schalterhäuschen integriert werden", sagt Mahn. Der Turm würde an dieser Stelle vor allen Dingen eine gute Übersicht über die historische Wallanlage bieten. Die Vorschläge wurden nun dem Bezirksvorsteher Stefan Golißa (CDU) unterbreitet. "Wir hoffen jetzt, dass daraus ein Antrag für die Bezirksvertretung wird, denn von seiner Größe und Transparenz her würde das Bauwerk sehr gut nach Kaiserswerth passen", sagt Mahn.

Zurzeit befindet sich das Schiff aus dem 17. Jahrhundert noch in der archäologischen Werkstatt des Landes Schleswig-Holstein in Schloss Gottorf, wo es für rund 600 000 Euro konserviert wird. Dafür wird das Holz mit PEG (Polyethylenglycol) getränkt. Die haltbar gemachten Planken und Spanten müssen danach wieder zusammengesetzt werden. Dabei müssen sich die Fachleute an Abbildungen und Beschreibungen in Fachbüchern orientieren, denn das Kaiserswerther Plattbodenschiff ist das einzige seiner Art, das bisher gefunden wurde. Nur die Rekonstruktion wird etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Erst 2016 wird das Boot deshalb nach Düsseldorf zurückkehren. Einen geeigneten Ausstellungsraum zu finden, gestaltet sich schwierig, da das Schiff mit 17,40 Meter Länge und drei Meter Breite sehr groß ist. Außerdem muss der Raum klimatisierbar sein. Mehrere mögliche Standorte sind deshalb bereits ausgeschieden. "Der Pavillon würde aber die geeigneten Voraussetzungen bieten", sagt Mahn.

(RP)
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