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Mittelstraße: Kahlschlag in der Altstadt

Mittelstraße : Kahlschlag in der Altstadt

Zur Neugestaltung gehört auch eine Veränderung der Bepflanzung. Aus diesem Grund wurden acht alte, Schatten spendende Amberbäume auf der Mittelstraße gefällt. Kurios: Folgen werden erneut Bäume der gleichen Art.

Fest stand das Fällen der Bäume auf der Mittelstraße schon seit Juni des vergangenen Jahres. Doch jetzt sind die Hochbeete von Grabenstraße bis Flinger Straße leer - und es ist kahl geworden im alten Stadtkern.

Neben dem Bodenpflaster gehören auch die Neumöblierung und eine Veränderung der Bepflanzung zum Gestaltungskonzept der Altstadt. Die Anzahl von 62 Bäumen im gesamten Plangebiet bleibt gleich, 44 Bäume werden erhalten und 18 werden gefällt - und dann am gleichen Standort neu gepflanzt. Zur Veränderung kommt es jedoch nicht: Die Bäume, die nun folgen, sind ebenfalls Amberbäume.

"Schon von Anfang an war ich gegen dieses Vorhaben", sagt Dieter Pauen von Robert Schmitz Berufskleidung. "Die Mittelstraße verliert völlig an Atmosphäre." Nun, da ein Teil Bäume gefällt ist, sollen die Hochbeete weichen, da diese laut Internetseite der Stadt "unattraktiv sind und keinen Zweck erfüllen". "Die Hochbeete sind ständig vermüllt - das stimmt", sagt Pauen. "Aber die Bäume? Die haben Schatten gespendet und lebendiges Grün in die Stadt gebracht. Nun bekommen wir junge und kleine Bäume derselben Art. Ich frage mich, wieso man die Alten dann überhaupt fällen musste."

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Laut Information auf der Internetseite der Landeshauptstadt passt der Baumbestand der Altstadt kaum zusammen. Verschiedene Baumarten in unterschiedlichen Altersstufen stehen nebeneinander. Fraglich ist, wieso die alten Bäume dann durch neue der gleichen Art ersetzt werden. "Viele der bisherigen Bäume sind krank oder windbruchgefährdet und müssen deshalb weichen", sagt Manfred Blasczyk, Sprecher der Stadt. Die zuvor von hochgewachsenen Amberbäumen gesäumte Mittelstraße muss in Zukunft mit kleineren Bäumen auskommen.

"Wir brauchen gesunde, junge Bäume dieser Art. Die werden nach Beendigung der Bauarbeiten gepflanzt", sagt Volker Paulat von der Stadt. "Das dauert aber noch", vervollständigt Blasczyk die Aussage seines Kollegen. "Vorerst wird das Pflaster ausgetauscht, was sich wegen des Baustopps hinzieht, die Hochbeete entfernt und andere Arbeiten durchgeführt. Die Neupflanzung ist erst einer der letzten Arbeitsschritte." Auch Dirk Schaper, Vorsitzender der Altstadt-Gemeinschaft, weiß von der Wartezeit: "Laut Konzept ist eine Neubepflanzung im Frühjahr 2012 geplant", sagt er. "Das kann sich um ein oder zwei Monate verschieben, aber die Pflanzen müssen nun mal im Frühling gesetzt werden."

"Die alten Bäume gehörten zu der Straße", erwidert Pauen. "Jetzt blicke ich aus dem Fenster und sehe nur Baumstümpfe. Unverständlich, wieso man Bäume im Sommer fällt, wenn sie am dichtesten wachsen."

Auch Schaper weiß um den Charme des Grüns. "Natürlich ist es sehr kahl", sagt er. "Die Baum-stümpfe vervollständigen den Eindruck, dass die Stadt im Umbau ist. Aber bald folgen neue Bäume und dann sieht die Altstadt vielleicht wieder ein bisschen lebendig aus."

(RP)