Pfusch beim U-Bahn-Bau: Kabinett will Bauaufsicht und Bauherren trennen

Pfusch beim U-Bahn-Bau: Kabinett will Bauaufsicht und Bauherren trennen

Als Konsequenz aus den Pfuschereien beim Kölner und Düsseldorfer U-Bahn-Bau sollen Bauaufsicht und Bauherren in den Ländern künftig strikt getrennt werden. Eine entsprechende Bundesratsinitiative hat das nordrhein-westfälische Landeskabinett am Dienstag beschlossen, wie das Düsseldorfer Verkehrsministerium mitteilte. Bei der Wahrnehmung der Bauaufsicht von U- und Straßenbahnen sollen sich die Länder damit nicht mehr der Mitarbeiter des Bauherren bedienen dürfen.

"Es ist in seiner solchen Lage niemandem zu erklären, dass Mitarbeiter des Bauherrn der Aufsichtsbehörde dabei helfen können, sich selbst zu beaufsichtigen", sagte der Düsseldorfer Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU).

Nach dem Einsturz des Kölner Stadt Archivs vor einem Jahr und dem Auftauchen von Unstimmigkeiten beim U-Bahn-Bau wurden in der seit 40 Jahren geltenden Bau-Verordnung bereits die Technische Aufsicht und die Bauherrenfunktion entflochten.

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Beim Bau der U-Bahn in Düsseldorf und Köln stehen Mitarbeiter der Baufirma in Verdacht, stabilisierende Eisenbügel gestohlen und an Schrotthändler verkauft zu haben. Auch Messprotokolle sollen gefälscht worden sein.

(apd/seeg)