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Kunstsammlung NRW ist wieder geöffnet: K 21: Kunst auf der "Intensif-Station"

Kunstsammlung NRW ist wieder geöffnet : K 21: Kunst auf der "Intensif-Station"

Nichts ist mehr, wie es war in der Kunstsammlung NRW: Auch das Ständehaus (K 21) wurde künstl(er)i(s)ch beatmet. Die Neu-inszenierung von der Piazza bis zum Dach, auf den Galerien und in den 26 Künstlerräumen ist auf der Höhe der Zeit, multimedial, frech, überzeugend und anregend.

Die großen Themen der jüngeren Kunstgeschichte begegnen uns in den teils wohlvertrauten Arbeiten namhafter Künstler. Die Besonderheiten der Architektur des Repräsentationsbaus aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden als Herausforderung begriffen — die formal berückende Klammer dazu bildet Monika Sosnowskas Treppe.

"Intensif-Station" heißt die Schau in Anlehnung an Thomas Hirschhorns zentralen Raum. Wie viel Verzweiflung, Grübelei und Doppelmoral der Schweizer in seine der Welt nachgebildeten sozialen Plastik gepackt hat, lässt sich erst nach langem Verweilen ergründen. In allen Räumen ist die Aufmerksamkeit gefordert, intensive Kunsterfahrung das Ziel.

Das kann historisch spannend sein wie in dem Studierzimmer von Cardiff & Bures Miller oder sexistisch wie bei Katharina Fritschs berühmter Mann-und-Maus-Plastik, beängstigend wie bei Christian Boltanskis Raum der Kapitalverbrecher und ihrer Opfer, politisierend wie bei Hans-Peter Feldmanns Zeitungstitelseiten vom 11. September. Nur vordergründig ernüchternd erscheint das karge Ilya-Kabakov-Szenario: Neben vernagelten Fenstern und Holzhütte bleiben kleine Träume erlaubt.

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Zu den Klassikern gehören Imi Knoebels vielfarbiger Genter Rau, Nam June Paiks grün sprießender "TV-Garden", Gregor Schneiders karger Ort aus seinem Haus Ur, Jeff Walls Dialeuchtkasten mit Putzpersonal im Barcelona Pavillon. Und noch eine Treppe hat Monica Bonvicini in dem Museum der zahlreichen Treppen aufgebaut. Ihre "Scale of Things" führt direkt in den Himmel. Zehn Personen können auf einmal abheben.

(RP)