Fall Helge Achenbach: Justiz schaut auf Kunst-Geschäfte der Berenberg Bank

Fall Helge Achenbach: Justiz schaut auf Kunst-Geschäfte der Berenberg Bank

Die gegen den Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach ermittelnde Staatsanwaltschaft Essen hat am Mittwoch bestätigt, auch an den Geschäften Achenbachs mit der Berenberg Bank Düsseldorf interessiert zu sein.

Gemeinsam mit der Privatbank hatte Achenbach 2011 die Berenberg Art Advice gegründet - eine Firma, über die vermögende Kunden der Bank die Möglichkeit erhalten sollten, ihr Geld mit Achenbachs Hilfe in Kunst zu investieren. 2013 wurde die Firma aber diskret aufgelöst.

Vorher jedoch hatte es eine Unstimmigkeit gegeben, die jetzt in den Ermittlungen gegen Achenbach eine Rolle spielt: Christian Boehringer, Spross der berühmten Unternehmer-Familie Boehringer, hatte über die Berenberg-Firma Art Advice bei Achenbach ein Bild gekauft, dessen Wert aber durch Hinweise von außen strittig wurde.

Daraufhin sorgte die Bank dafür, dass Boehringer sein Geld von Achenbach zurückbekam, kurze Zeit später trennte man sich und beendete den Versuch, Kunst als Geldanlage zu vermarkten. Offizielle Begründung: zu wenig Interesse der Kunden. Da die Fahnder in Essen aber bereits wegen des Falles Boehringer ermitteln, werden sie auch die Düsseldorfer Niederlassung der Bank unter die Lupe nehmen.

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Boehringer soll wahrscheinlich als Zeuge vernommen werden und wird dabei schildern, wie er über die Bank an Achenbach kam. Berenberg Düsseldorf selbst nimmt keine Stellung. Der Sprecher der Hauptniederlassung der Bank in Hamburg, Karsten Wehmeier: "Wir können hierzu lediglich sagen, dass wir uns im Juni 2013 entschlossen haben, die 2011 begonnene Zusammenarbeit mit Herrn Achenbach zu beenden und die Berenberg Art Advice GmbH aufzulösen."

Helge Achenbach sitzt seit drei Wochen in der JVA Essen, eine Ende der Untersuchungshaft ist nicht absehbar. Der Vorwurf: Er soll den Aldi-Chef Berthold Albrecht (gestorben 2012) mit Verkäufen von Kunst und Oldtimern betrogen haben, indem er überhöhte Preise in Rechnung stellte. Die Staatsanwaltschaft erklärte sogar, sie habe gefälschte Rechnungen vorliegen. Achenbach und seine Familie bestreiten die Vorwürfe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunstberater und Ex-Fortuna-Präsident: Das ist Helge Achenbach

(ho)
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