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Junge Syrerin hofft auf Studienplatz in Düsseldorf

Neu in Düsseldorf : Angekommen

Hadeel Hasan ist mit ihrer Familie aus Syrien geflüchtet. Jetzt will die 22-Jährige unbedingt an der Hochschule in Derendorf studieren.

Es ist natürlich ein Vorurteil. Aber diese Bilder setzen sich fest im Kopf, wenn man sich mit einer jungen, zuvor unbekannten Frau aus Syrien verabredet: das Kopftuch, natürlich, verängstigt ist sie bestimmt, vielleicht sogar ein bisschen weltfremd. Nichts von dem trifft auf Hadeel Hasan zu. Die 22-Jährige stammt aus Damaskus, ist per Boot geflüchtet, über die Türkei, mit ihrer Mutter und drei Schwestern. 2016 landete sie über Umwege in Düsseldorf. Hadeel Hasan trägt kein Kopftuch, sondern die Haare offen, sie ist modisch gekleidet, auch wenn das Geld knapp ist. Die junge Frau hat einen Mini-Job bei Kik, aber das ist nur eine Durchgangsstation. Denn Hadeel hat Pläne, will Medieninformatikerin werden, Websiten gestalten. Das ist keine Träumerei, denn die junge Syrerin hat einen Abi-Durchschnitt von 1,7 und ist zudem ein Mathe-As. „In Damaskus habe ich in der zehnten Klasse mal so eine Art Mathe-Wettbewerb gegen jede Menge Jungs gewonnen. Das liegt mir einfach“, erzählt Hadeel.

Mit ihrer Familie lebt sie aktuell an der Graf-Recke-Straße in einer kleinen Wohnung. Kontinuierlich und gezielt geht sie ihren Weg, seitdem sie in Düsseldorf lebt, spricht mittlerweile schon fast perfekt Deutsch. Ihr B2-Level hat sie bei der Firma Henkel erworben, auch da haben die Mathe-Fähigkeiten geholfen. Dann hat sie im Internet gelesen, dass es die Möglichkeit gibt, sich als Flüchtling bei der Hochschule zu bewerben, um an den Kursen teilzunehmen, die auf eine Sprachprüfung für ein Hochschulstudium vorbereiten. Aktuell nimmt sie intensiv an den Kursen am Institut für Internationale Kommunikation (IIK) in Pempelfort teil, nach erfolgreicher Prüfung hofft die 22-Jährige dann, einen Studienplatz an der Hochschule zu erhalten, damit sie Medieninformatik studieren kann. „Meine Aufenthaltsgenehmigung läuft zwei Jahre lang, werde ich nicht aufgenommen, muss ich zurück“, sagt Hadeel. Und zurück nach Syrien, das will sie auf gar keinen Fall: „Da ist nur Krieg, und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.“

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Das Umfeld der Hochschule in Derendorf hat Hadeel bereits ausgiebig erkundet, und sie mag den Stadtteil. Wirklich Freunde hat die Syrerin noch nicht gefunden, mit ein paar Italienerinnen, die auch den Sprachkurs am IIK besuchen, verbringt sie schon mal ein wenig Zeit, „wir unterhalten uns natürlich auf Deutsch“, betont sie. Mit ihrer Familie schaut sie im Fernsehen gerne deutsche Filme, auch Serien, „das hilft natürlich ebenso, die Sprache zu lernen“, betont Hadeel. Wenn es die Zeit zulässt, geht sie Joggen, gerne am Rhein, „da zeigt sich Düsseldorf wirklich von seiner schönsten Seite“.

Nur mit den Menschen hier, da ist sie noch nicht so richtig warm geworden. „Sie sind oft ein bisschen verschlossen, gerade wenn sie erfahren, dass ich aus Syrien stamme. Sie wollen, dass ich ein Gespräch anfange, mich erkläre, wie und warum ich in Düsseldorf gelandet bin. Das ist nicht feindselig, aber immer irgendwie auch wie ein Test“, sagt Hadeel.

Natürlich seien nicht alle so, sie habe auch schon sehr viele nette Leute in den drei Jahren kennen gelernt, gerade im Umfeld der Hochschule, wo ja ohnehin alles immer etwas internationaler ist. Aber viel wichtiger ist Hadeel Hasan momentan ohnehin, dass sie ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen kann, „gerne hier in Düsseldorf, ich mag die Stadt wirklich“, sagt sie.