Junge Berufstätige in Düsseldorf und ihr Netzwerk

Netzwerker-Plattform in Düsseldorf: Junge Berufstätige und ihr Netzwerk

Die Mitglieder der „Young Professionals“ kommen aus verschiedensten Branchen.

Die Gruppe weiß immer mehr als der Einzelne. Darauf beruht auch die Dynamik der arbeitsteiligen Gesellschaft. In Düsseldorf existiert seit wenigen Jahren ein Netzwerk junger Leute mit starkem Karriere-Bewusstsein. „Young Professionals Deutschland“ (YP) nennt sich der Verein, der sich in Düsseldorf gründete und größtenteils aus Berufstätigen der Region besteht.

Sozusagen Stammlokal der YP ist die Sky Lounge im „me and all hotel“ an der Immermannstraße. Im elften Stock befindet sich die öffentliche Tages- und Abend-Bar mit Blick hinunter auf die Innenstadt. Hier trifft man sich in regelmäßigen Abständen. Doch auch die Gastfreundschaft von Düsseldorfer Unternehmen oder Konzernen mit Verwaltungssitz am Rhein nutzen die Mitglieder für Zusammenkünfte. Dort finden dann gelegentlich Workshops statt zu Themen rund um den beruflichen Erfolg.

Ganz zufällig sei sie bei Facebook auf die Young Professionals gestoßen, sagt Yulia Zaslavskyi, Diplomkauffrau und zertifizierter Coach. „Ich wollte mir ein Netzwerk aufbauen und suchte sowohl fachlichen als auch persönlichen Austausch.“ Als Coach sei sie selbstständig, habe aber auch eine Anstellung im Zentrum für Ausbildung und Qualifikation (ZAQ) Oberhausen. Für die YP gestaltet sie nun auch einen Workshop.

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Bei den Seminaren gebe es eine Dozenten-Mischung aus YP-Mitgliedern und externen Fachleuten, erläutert Nick Prokop, Gründungsmitglied des Vereins und seines Zeichens selbstständig in der Musikbranche. Eines der Mitglieder leitet einen Workshop zum Thema Körpersprache. „Das ist ein Klassiker in unserem Programm“, sagt Prokop. Regelmäßig biete man auch das Seminar „Verhandlungstraining“ an. „Das ist unser Premium-Produkt“, fügt Prokop augenzwinkernd hinzu. Da die YP nicht über große eigene Räume verfügen, arbeitet man mit Partnerunternehmen zusammen. Als Gegenleistung für die Gastfreundschaft dürften deren Mitarbeiter kostenfrei die Workshops besuchen.

Die Branchen, aus denen die Vereinsmitglieder stammen, bilden einen bunten Mix. Mit von der Partie ist der junge Rechtsanwalt Dennis Kallabis, angestellt in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. „Ich kannte ein paar Mitglieder der Young Professionals und fand es interessant , Leute kennenzulernen“, sagt der junge Jurist zu seiner Entscheidung für die Mitgliedschaft. Die stärkste Triebfeder dabei: „Du musst Kontakt zu normalen Menschen halten.“ Um nicht auf der sehr speziellen juristischen Sprachebene zu beharren, habe er sich fachfremd orientiert. „Wir freuen uns natürlich, dass er uns kurz und knapp Sachverhalte erklären kann – sei es nun Arbeits- und Urheber-Recht oder die juristische Seite eines Verkehrsunfalls“, wirft Prokop ein.

Die sich bündelnde Vielfalt der Kompetenzen sei für sie das Reizvolle an dem Netzwerk, sagt Medien- und Kulturwissenschaftlerin Anja Gottwaldt. Man könne auf sehr viele Leute mit unterschiedlichsten Qualifikationen zurückgreifen. Besonders großen Wert lege sie derweil auf die Kultur des Verhandelns: „Hart verhandeln kann toll sein“, sagt Anja Gottwaldt, warnt jedoch: „Das kann dann aber auch dein letzter Auftrag sein.“ Im Business gehe es nicht unbedingt ums Gewinnen, sondern um symmetrische Beziehungen. Solche und andere Themen bilden ausreichend Stoff für die Netzwerker. Sie sind interessiert an weiteren Mitgliedern, die das Kompetenzteam bereichern und für sich nutzen wollen.

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