Düsseldorf: "Junge Ampel" will mehr Nachtbusse

Düsseldorf: "Junge Ampel" will mehr Nachtbusse

Die Jugendorganisationen der Kooperationspartner haben ein eigenes Programm aufgestellt, in dem sie eine modernere Stadt fordern.

Die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und FDP machen heute um 23 Uhr Politik. Sie treffen sich an der Heinrich-Heine-Allee, wollen dort junge Altstadtbesucher ansprechen und zum Mitstreiten gewinnen. Ihr Ziel: mehr Busse, die nachts das Zentrum mit den Stadtteilen verbinden. Die Forderung steht im Programm "Junge Ampel", das Vertreter der drei Organisationen gestern vorgestellt haben.

Der politische Nachwuchs zwischen 16 und 35 Jahren hat die Parteien im Kommunalwahlkampf unterstützt und seine Forderungen in den Verhandlungen zum Ampel-Kooperationsvertrag eingebracht. Im Oktober beschlossen die Jugendorganisationen ein Experiment: Sie trafen sich regelmäßig und suchten gemeinsame Ziele. Mit Aktionen wie heute Abend wollen sie künftig monatlich auf ihre Schwerpunkte aufmerksam machen. Das Ergebnis im Überblick:

Verkehr Am Wochenende sollen mehr Nachtexpresse fahren, zudem soll der Busverkehr an Werktagen testweise verlängert werden. "Wer wochentags in die Altstadt geht, kommt nach Mitternacht nicht mehr mit dem Bus nach Hause. Am Wochenende müssen die Nachtexpresse auch öfter als einmal in der Stunde oder einmal alle zwei Stunden fahren", sagt Robin Teller von den Jusos.

Darüber hinaus setzt sich die "Junge Ampel" für den Schnellbus zwischen Bilker S-Bahnhof und der Universität (SB 56) ein. Die Linie gehört zu den Angeboten der jüngeren Zeit, mit denen die Hochschule besser angebunden wird. "Der SB 56 sorgt für Entlastung auf der Linie U79, insbesondere wenn diese in den Ferien seltener fährt", sagt Nina Graf von den Jungen Grünen. Die SB56 müsse deshalb langfristig erhalten bleiben.

  • Kommentar : Ein lesenswertes Papier

Altstadt Verbote und Kontrollen im beliebtesten Ausgehviertel der Stadt lehnen alle drei Gruppen ab. Sie sprechen sich gegen generelle oder temporäre Alkoholverbote aus und sind auch gegen die Kameraüberwachung. "Dadurch werden keine Straftaten verhindert. Eine gute Präsenz der Polizei schreckt viel mehr ab", sagt Julian Deterding von den Jungen Liberalen.

Um den hohen Unterhaltungswert der Altstadt auch mittelfristig zu bewahren, wollen die jungen Politiker auch rund um das entstehende Andreasquartier vermitteln, bevor dort Konflikte entstehen. "Wir sind der Überzeugung, dass neue Wohnbebauung nicht zulasten bestehender Strukturen gehen darf und sprechen uns gegen Sperrstunden und Beschränkungen der Außengastronomie aus", heißt es im Papier der "Jungen Ampel".

Grillen Auch bei anderen Freizeitbeschäftigungen erhofft sich der Nachwuchs ein Bekenntnis der Rathausspitze zum jungen Lebensgefühl. Öffentliches Grillen am Rheinufer gehöre unbedingt dazu und dürfe nicht durch Verbote oder festlegten Grillzonen eingeschränkt werden. Die Jungpolitiker wollen an ihre Altersgenossen appellieren, sich dort verantwortungs- und umweltbewusst zu verhalten. Ein Baustein in diesem Konzept sind Betonringe für Grillkohle, wie es sie zum Beispiel in Köln gibt.

Sport In diesem Zusammenhang taucht ein für junge Menschen erstaunliches Wort in den Forderungen auf: Trimm-dich-Pfade. Es steht stellvertretend für sportliche Angebote jenseits der Vereine. In Vereinen bestünden sehr gute Möglichkeiten, daneben aber nicht. Wer zum Beispiel in Grünanlagen einfache Fitnessgeräte suche, finde diese nur im Zoopark oder im Grafenberger Wald, also abseits des Zentrums. Solche Angebote sollten an mehr Stellen in der Stadt geschaffen werden. In Frankfurt gebe es solche Geräte entlang des Mains, das heißt, in Düsseldorf wäre ein Parcours parallel zur beleuchteten Joggingstrecke ein diskutierenswertes Thema.

(RP)