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15-jähriger Schüler als Anführer: Jugendbande knackte 40 Autos

15-jähriger Schüler als Anführer : Jugendbande knackte 40 Autos

Morgens gingen sie zur Schule, nachts brachen sie Autos auf. Jetzt erwischte die Polizei sechs Bilker Jungen im Alter von 14 bis 19 Jahren auf frischer Tat. Eine Woche lang waren sie auf Beutezug, um ihr Taschengeld aufzubessern.

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p class="text">Die sechs jungen Leute, die gestern im Polizeipräsidium vernommen wurden, waren nicht zum ersten Mal dort. Trotz ihres jugendlichen Alters sind sie allesamt "alte Bekannte" in der Polizeiinspektion Südwest. Nach Informationen unserer Zeitung sind die Bilker Jungen für Eigentumsdelikte vom einfachen Diebstahl bis zum Einbruch verantwortlich.

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p class="text">Jetzt gestanden die Knaben, deren Anführer ein 15-jähriger Schüler ist, 40 Autoaufbrüche, die sie in wechselnder Besetzung innerhalb einer Woche begangen haben. In der Nacht zum 13.Mai räumte die Bande 16 Autos an der Suitbertusstraße aus, hielt dabei gezielt nach Indizien auf versteckte Wertsachen Ausschau. "Der Saugnapf-Abdruck an der Windschutzscheibe lässt vermuten, dass dort normalerweise ein Navigationsgerät befestigt ist", erklärt Polizeisprecher Markus Niesczery. "Viele Autofahrer glauben, dass es reicht, wenn ein Wertgegenstand nicht sichtbar im Fahrzeug liegt. Aber den Dieben ist auch die Vermutung Grund genug, ein Fahrzeug aufzubrechen."

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p class="text">Oder eben 40 Fahrzeuge. Ein Anwohner der Suitbertusstraße formuliert es so: "Wenn man hier nachts aus dem Fenster schaut, sieht man immer Verdächtiges." Seit Jahren seien Scherben von Autofenstern am Straßenrand zwischen Suitbertusplatz und Merowingerstraße an der Tagesordnung. "Ich parke lieber ein paar Straßen weiter als vor meiner Haustür."

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p class="text">Der Leiter der Polizeiinspektion Südwest, Wolfgang Töpfer hat kürzlich in der Bezirksvertretung3 auf Jugendbanden aufmerksam gemacht, die seit einiger Zeit im Bereich Himmelgeister Straße /Suitbertusstraße die Polizei mit Einbruchsdiebstählen auf Trab hielten. Möglich, dass das jetzt gefasste Sextett dazugehört. Die Jungen sind zwischen 14 und 19 Jahre alt, der 19-Jährige ist arbeitslos, die anderen sind Schüler. Mit dem Verkauf von Unterhaltungs- und Navigationselektronik besserten sie ihr Taschengeld auf. Wie sie die Beute verkauft haben, ist noch unklar.

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p class="text">Gestanden haben die Jungen, dass sie vier Tage nach dem Raubzug auf der Suitbertusstraße erneut sieben Autos aufgebrochen haben. In der Nacht zum 18. Mai weitere vier. In dieser Nacht trafen drei von ihnen bereits mit der Polizei zusammen: Auf dem Parkplatz des Südfriedhofs entdeckten Beamte die Jungen in der Nähe eines gestohlenen Daihatsu - den Zündschlüssel hatte einer der Jungen noch in der Hosentasche.

In den Taschen eines Komplizen fanden sich Zeitungsberichte über die Autoaufbrüche von der Suitbertusstraße: Offenbar waren die Jungen stolz auf ihren "Ruhm". Doch als in der darauffolgenden Nacht der 15-jährige Anführer mit zwei Komplizen bei sieben Autoaufbrüchen an der Planetenstraße erwischt wurde, packten die Bandenmitglieder schließlich bei der Polizei aus. Die durchsuchte auch die elterlichen Wohnungen, stellte etliche gestohlenen Gegenstände sicher. Inzwischen sind alle Beschuldigten wieder auf freiem Fuß.

(RP)