Lärm, Licht und Gedränge: Jugendamt will Kinder auf der Kirmes schützen

Lärm, Licht und Gedränge : Jugendamt will Kinder auf der Kirmes schützen

Das Jugendamt und der Kinderschutzbund der Stadt haben viele Berührungspunkte: Ob Kitas oder Müttercafés – es gibt eine Reihe von Projekten, die bislang gemeinsam auf den Weg gebracht wurden. Eine weitere Zusammenarbeit könnte bald folgen.

Das Jugendamt und der Kinderschutzbund der Stadt haben viele Berührungspunkte: Ob Kitas oder Müttercafés — es gibt eine Reihe von Projekten, die bislang gemeinsam auf den Weg gebracht wurden. Eine weitere Zusammenarbeit könnte bald folgen.

So hat der Leiter des Jugendamtes, Johannes Horn, jetzt Interesse bekundet, mit dem Kinderschutzbund ein Kinderkonzept für die Größte Kirmes am Rhein auszuarbeiten. "Es gibt dort einige Punkte, für die wir uns gerne stark machen würden", erklärte der Jugendamtsleiter im Gespräch mit der Rheinischen Post. Dazu zählten etwa ein besserer Schutz von Kleinkindern vor Lärm und Licht sowie von Kindern im Kinderwagen vor Gedränge oder auch mehr Augenmerk dafür, dass kleine Besucher genügend zu trinken bekommen.

Auslöser für die Idee eines Kinderkonzepts waren Beschwerden von Besuchern und Anwohnern der Kirmes, die beobachteten, dass gerade Kinder unter drei Jahren dort vermehrt in den späten Stunden noch unterwegs waren. Laut Kinderärzten und -schützern ist dieses Handeln von den Eltern unverantwortlich, da es nicht nur körperliche Schäden durch laute Musik und grelle Lichter, sondern auch psychische Schäden wie Angstzustände zur Folge haben kann.

"Ziel ist es, den Eltern und den Kindern einen schönen gemeinsamen Kirmesbesuch ohne negative Nachwehen zu ermöglichen", betonte Eberhard Motzkau, Vorsitzender des Kinderschutzbundes, der die Debatte diesen Sommer in Gang setzte.

Für 2011 wünschen sich die Kinderschützer der Stadt ein Konzept zur Aufklärung der Eltern und noch mehr Familienfreundlichkeit auf der Größten Kirmes. "Wir sind auch zuversichtlich, dass wir mit den Schützen und den Betreibern der Kirmes an einen Tisch kommen", betonte Motzkau.

Hier geht es zur Infostrecke: Leserstimmen: Kinderärzte warnen vor Kirmesbesuch

(RP)