Joseph-Beuys-Schüler aus Düsseldorf treffen Banker

Schule und Finanzen: Joseph-Beuys-Schüler treffen Banker

Experten vermitteln in Schulen Finanzwissen.

Es ist einige Zeit her, dass eine Kölner Schülerin mit ihrer Kritik, die Schule bereite nicht auf das praktische Leben vor, für Aufruhr sorgte. Sie könne eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben, doch habe keine Ahnung von Versicherungen oder Steuern. Nicht zuletzt deshalb haben Neuntklässler der Joseph-Beuys-Gesamtschule nicht wie sonst Wirtschaftstheorien gepaukt, sondern mit Wirtschaftsexperten über Aktien und Kreditkarten gesprochen und dabei Wissen für den Alltag gesammelt.

Unterstützt wurde die Aktion „Fit für die Wirtschaft“ von der Targobank Stiftung sowie dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln Junior. Dazu kamen zwei Wirtschaftsexpertinnen an die Schule, um den Jugendlichen in insgesamt sechs Unterrichtseinheiten ein Grundwissen zu Finanzen zu vermitteln.

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Dabei drängte sich auch die Frage auf, inwieweit der Unterricht eine Verkaufsveranstaltung war. Denn der Grat zwischen Information und Werbung ist mitunter schmal. So standen auf der Tagesordnung Fragen wie „Wie eröffne ich ein Konto?“ oder „Wie kann ich einen Kredit beantragen?“. Anders als im normalen Unterricht konnten sich die Schüler das Wissen in vielen Praxiseinheiten auf die Probe stellen und schlüpften beispielsweise selbst einmal in die Rolle des Bänkers.

Für den Lehrer Jens Kleinau ist das Projekt eine gute Ergänzung zum gewöhnlichen Unterricht. „Durch die Wirtschaftstrainer steigt die Motivation der Schüler enorm“, berichtet er. Eine Meinung, die auch die Schüler teilen. „Man lernt viel mehr, wenn Experten über Wirtschaft sprechen“, sagt der 15-jährige Daniel. Doch die Erfahrungen der Schüler zeigen, dass sie auch einen kritischen Blick auf das Finanzwesen bekommen haben. „Ich habe früher immer gedacht, dass man mit Aktien leicht Geld machen kann“, erzählt Sidra (14). Jetzt weiß sie, wie viele Risiken sich hinter dem Aktienhandel verbergen.