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Jörg Wiele in Düsseldorf: Die Faszination der Bewegung

Ausstellung in Düsseldorf-Heerdt : Die Faszination der Bewegung

Bis Ende Mai ist die Ausstellung „Raum – Bewegung – Stille“ im Kulturhafen Heerdt zu sehen. Für Künstler Jörg Wiele ist es ein ungewöhnlicher Ort.

Wer schon einmal am Nikolaus-Knopp-Platz war, der kennt ihn wahrscheinlich. Der „Garuda“ auf der Verkehrsinsel ist zu einer Art Wahrzeichen Heerdts geworden. Trotz eines Gewichts von 300 Kilo bewegt sich die kinetische Plastik von Jörg Wiele wie schwerelos in der Luft. Momentan ist sie allerdings verdeckt von den Wahlplakaten, die die Bewegungsfreiheit der Plastik einschränken. Der große Körper hängt an einem der Plakate fest, nur die Schwingen bewegen sich noch. „Es ist in jedem Wahljahr dasselbe“, ärgert sich der Künstler. Ansonsten ist er aber bestens gelaunt, denn gerade hat seine Ausstellung „Raum – Bewegung – Stille“ im Kulturhafen Heerdt begonnen.

„Mir hat es Spaß gemacht, einen so schönen Raum zu bestücken“, sagt Wiele. Für den renommierten Künstler aus Heerdt ist es ungewöhnlich, an so einem kleinen Ort auszustellen. Normalerweise zeigt er seine Werke in Parks oder großen Galerien und Museen. Umso mehr hat sich Anja Bahners, Gründerin der Stiftung für Heerdt, gefreut, als sich Wiele bereiterklärte, bis zum 27. Mai dort auszustellen. „Es war schon lange unser Traum, den Vater des Heerdter Garuda einzuladen“, erzählt Bahners. „Seine Kunstwerke vereinen für mich totale Gelassenheit und gleichzeitig extreme Energie. Das ist wie eine kleine Auszeit“, sagt sie.

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Die Idee zu der Ausstellung kam Kurator Stefan Grütter, als er den Künstler in seinem Atelier besuchte. „Die Menschen sehen immer nur die fertigen Werke. Hier können wir auch zeigen, wie sie entstehen“, sagt er. Und so kann man in der „Schaufenster-Ausstellung“ Modelle und Zeichnungen Wieles sehen. Bewegen werden sich die kleinen Plastiken allerdings nicht, denn im Raum ist es windstill. „Wir haben versucht, mit einem Ventilator Bewegung hineinzubringen, aber das hat nicht funktioniert“, sagt Grütter. Einzig das elektrisch betriebene Brunnenmodell gibt einen Eindruck davon, wie die Plastiken sich bewegen könnten. „Wir werden aber am 13. Mai ab 16 Uhr und zur Finissage unsere Türen öffnen. Dann haben viele die Ausstellung schon gesehen und können sich alles in Bewegung anschauen“, sagt der Künstler.

Seit 37 Jahren arbeitet Wiele in Heerdt, vorher hat er in Oberkassel gewohnt. „Ich fühle mich mit Heerdt sehr verbunden. Es ist immer schön, wenn bei den Offenen Ateliers so viele Heerdter bei mir hereinschauen und ihre Scheu überwinden“, sagt er. Unterstützt wird er von seiner Frau Martina Alich-Wiele. Sie gibt seinen Werken den letzten Schliff, macht die Vergoldungen und die Verzierungen und wirkt beim Aufbau mit. Ihren Favoriten in der Ausstellung hat sie auch schon. „Das Fünf-Scheibenmandala“, sagt sie und streicht über das glänzende Material. „Ich liebe diese glatte Oberfläche und die Trägheit, die mit Leichtigkeit gepaart ist.“

Die Kinetik ist Wieles große Leidenschaft. „Die Formen sind immer in Bewegung und sind so aus allen Richtungen zu erkennen. Sie spiegeln wider, was gerade in der Natur passiert, ob es nun Wind, Sonne oder Schnee ist“, erklärt Wiele seine Faszination und fügt hinzu: „Die Kunstwerke laden Menschen ein – zur ruhigen Betrachtung, zum Innehalten. Sie sind Ruhepunkte in dieser flirrenden Welt.“