Jörg Haas zeigt Düsseldorfer bei der Arbeit

Düsseldorf Kunstprojekt : Jörg Haas zeigt Düsseldorfer bei der Arbeit

Der Unternehmer fotografiert Menschen, wenn sie gerade am tiefsten in ihre Tätigkeit versunken sind.

Jacques Tillys Arbeitsplatz ist eine tausende Quadratmeter große Halle. Hier entstehen seine Großplastiken. Die Ideen dafür entstehen aber auf kleinem Raum: „Tilly arbeitet an einem Schreibtisch in der hintersten Ecke der Halle“, berichtet Jörg Haas. Er hat Tilly und sein Team für sein Projekt „Düsseldorf@work“ fotografiert.

Hauptberuflich ist Haas Unternehmensberater mit eigener Firma, eins seiner Hobbys ist die Fotografie. Seit einigen Monaten arbeitet er an einer Fotoserie, die Menschen in unterschiedlichsten Berufen zeigt. Kevin Rademacher ist dabei, der Koch des Hyatt Regency, der Tischtennisspieler Timo Boll, Ex-Karnevalsprinz Martin Meyer und Oberbürgermeister Thomas Geisel. Aber auch Menschen mit relativ normalen Beschäftigungen: Floristin, Kaffeerösterin, Kfz-Mechatroniker oder Schornsteinfeger. Jörg Haas hat sie begleitet und sich, wie er sagt, unsichtbar gemacht. „Ich wollte die Menschen in dem Moment ablichten, wo sie gerade tief versunken in ihre Tätigkeit sind.“ Etwa 20 Porträtserien sind so schon entstanden.

Mit dem Projekt „Düsseldorf@work“ verfolgt Haas zwei Ziele. Zum einen will er jungen Menschen einen Einblick in die Arbeitswelt geben. Auf einer Webseite präsentiert er seine Fotos und erläutert dabei, was der Job beinhaltet und wie seine Protagonisten zu ihrer Arbeit gekommen sind. „Dabei wird oft klar: Der Weg zum Beruf ist nicht immer gerade. Trotzdem haben viele am Ende ihrer Berufung gefunden.“

Zum anderen will Haas eine Ausstellung mit den Porträts realisieren, vielleicht auch ein Buch. Die Einnahmen sollen in sein zweites Steckenpferd fließen: Als Vorsitzender des Freundeskreises engagiert sich Haas für das Kinderhilfezentrum.

Jörg Haas stellte vor kurzem in einem Altstadt-Café aus. Foto: Helene Pawlitzki

Jörg Haas sucht weiter nach Menschen, die sich fotografieren lassen. Welche Berufe noch offen sind – zum Beispiel Fleischer, Polizist, Anwalt oder Immobilienkaufmann – steht auf www.duesseldorfatwork.de. Kontakt: j.haas@duesseldorfatwork.de

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