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Jobs in Düsseldorf: So hat sich der Arbeitsmarkt in der Pandemie entwickelt

Jobs in Düsseldorf : Wie sich der Arbeitsmarkt in der Pandemie entwickelt hat

In der Pandemie stieg die Zahl der Arbeitslosen zunächst besonders extrem in der Landeshauptstadt. Das vergangene Jahr verlief dann ebenfalls sehr besonders in Düsseldorf.

Für den Arbeitsmarkt in Düsseldorf standen die Zeichen im vergangenen Jahr in besonderem Maße auf Erholung. Im Vergleich zum Dezember 2020 sank die Zahl der Arbeitslosen um 13,8 Prozent. „Mit diesem Wert steht Düsseldorf in NRW an der Spitze“, sagt Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf. Die Arbeitslosigkeit hat sich im vergangenen Monat noch weiter dem Niveau von vor der Pandemie angenähert. Waren es im März 2020 noch 22.623 Arbeitslose in Düsseldorf, was damals ein extrem tiefer Wert war, sind es nun zum Jahreswechsel noch 23.911 gewesen. Zum Vergleich: In der Spitze waren es im Januar 2021 29.183 Arbeitslose.

Zum einen war Düsseldorf laut Kubsch-von Harten wie andere Großstädte besonders betroffen von der Pandemie. Als Grund nennt sie, dass Branchen wie Gastronomie, Hotellerie, Messewesen und Veranstalter besonders stark vertreten sind. Die schnelle Erholung führt sie wiederum darauf zurück, dass Düsseldorf „über einen substanziell starken Arbeitsmarkt sowie generell einen gesunden Branchenmix“ verfüge. Dennoch seien die Aussagen zur Erholung noch mit Vorsicht zu genießen, denn weitere politische Regulierungen im Zuge der Pandemie könnten schnell gegenteilige Effekte haben.

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So ist auch im Rückblick zu sehen: Besonderen Effekt auf die zum Teil stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen hatten offenbar die Lockdowns, wie die statistische Aufarbeitung zeigt. Vor allem im April 2020 und zur Jahreswende vor einem Jahr lagen die Abgänge sehr deutlich über den Zugängen zum ersten Arbeitsmarkt. Noch größere Schäden abgewendet hat aus Sicht von Kubsch-von Harten die Kurzarbeit. Im April 2020 betraf sie mehr als 100.000 Arbeitnehmer in Düsseldorf, im Januar 2021 waren es rund 75.000. Eindrucksvoll fällt der Vergleich mit der Zeit der Finanzkrise aus. Im November 2009 waren gerade einmal 4880 Menschen betroffen, was damals ein Höchstwert war. Noch im August vergangenen Jahres (letzter aktueller Wert) waren es mehr als drei Mal so viele Personen.

Beim Blick auf den Erholungskurs des vergangenen Jahres fällt auf, dass eine Gruppe von Arbeitssuchenden kaum profitieren konnte, und zwar die Ungelernten ohne Abschluss. Während die Zahlen arbeitsloser Fachkräfte, Spezialisten wie Meister oder Akademiker sehr deutlich sanken, ist das bei den sogenannten Helfern kaum der Fall. Umgekehrt zeigt sich, dass gerade für diese Gruppe kaum neue Stellen angeboten werden, während die Auswahl für Fachkräfte und andere Höherqualifizierte immer größer wird. „Die Pandemie hat diese Entwicklung verstärkt“, sagt Kubsch-von Harten. Nur rund 20 Prozent der offenen Stellen richteten sich an Ungelernte, dabei machten sie den Großteil der Klienten der Agentur für Arbeit aus. Damit zusammen hängt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die sich längst nicht so gut entwickelt hat. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Prozent und fällt erst seit einigen Monaten, 11.382 Menschen waren im Jahresdurchschnitt 2021 betroffen.

Besondere Sorge macht Kubsch-von Harten der zunehmende Fachkräftemangel. Von einem „Rennen gegen die demographische Entwicklung“ spricht sie. Während die Babyboomer-Jahrgänge in Rente gingen, entstünden große Lücken in den Stellenplänen der Unternehmen. „Deshalb wird künftig auch jeder Ungelernte auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden.“ Sie richtet vor allem einen Appell an die Unternehmen, in die Aus- und Fortbildung beschäftigter Helfer zu investieren, wobei die Agentur für Arbeit helfen könne.

Denn die Voraussetzungen sind nach wie vor gut auf dem Arbeitsmarkt, wie ein Blick auf die Gesamtzahlen der Beschäftigung zeigt. Denn diese gehen trotz Pandemie immer weiter nach oben. Mitte 2021 waren 435.000 Menschen sozialversicherungspflichtig in Düsseldorf beschäftigt. Die Zahl steigt seit fünf Jahren immer weiter, 2016 waren es noch 400.000 Beschäftigte, im Vorjahr 430.000.