Nach tödlichem Angriff in Neuss: Jobcenter prüft sein Sicherheitskonzept

Nach tödlichem Angriff in Neuss : Jobcenter prüft sein Sicherheitskonzept

Die tödliche Messer-Attacke auf eine Mitarbeiterin des Job-Centers in Neuss erschüttert auch die Angestellten des Düsseldorfer Job-Centers. Die 32-Jährige war am Mittwoch von einem Mann (52) in ihrem Büro niedergestochen worden und wenig später ihren Verletzungen erlegen.

"Die Mitarbeiter sind sehr betroffen, dass so etwas hier in der Nähe passiert ist", sagt der Sprecher des Jobcenters Düsseldorf, Jürgen Hennigfeld.

Zudem hinterlasse der Vorfall ein mulmiges Gefühl: "Wir nehmen das zum Anlass, auch unser Sicherheitskonzept noch einmal anzusehen." Dies geschehe aber ohnehin seit Jahren regelmäßig, betont der Sprecher. Die Maßnahmen hätten sich bewährt. So sind einige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes normalerweise im Eingangsbereich postiert. "Sie beantworten normale Kundenfragen, aber sie achten eben auch darauf, dass keine Situationen ausufern."

Sollte es im Haus einen Notfall geben, könnten sie schnell im betroffenen Büro sein. Zudem verfügen die Mitarbeiter an ihren Bildschirmen über einen Notrufknopf, mit dem sie unauffällig einen stillen Alarm auslösen könnten, falls sie sich bedroht fühlten. "Dann werden die Kollegen in den benachbarten Büros auf dem Flur alarmiert und können schnell dazu kommen." Ebenso habe jedes Büro eine Tür zum Nachbarraum als Fluchtweg.

Wie oft die Maßnahmen genutzt werden, konnte der Sprecher nicht sagen. In den vergangenen Jahren sei es im Job-Center aber zu keinen Angriffen gekommen. Vor einigen Jahren sei ein Arbeitsloser über den Schreibtisch einer Mitarbeiterin gesprungen, habe gedroht, sich aus dem Fenster zu stürzen. "Die Mitarbeiterin wurde aber nicht bedroht." Allerdings erlebten die Beschäftigten Beschimpfungen und Pöbeleien. "Um hier richtig zu reagieren, gibt es für alle Kurse zur Deeskalation und zum Umgang mit unfreundlichen oder ausfallenden Kunden."

(RP/jco/top)
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