Düsseldorf: Joachim-Erwin-Platz doch am Kö-Bogen

Düsseldorf: Joachim-Erwin-Platz doch am Kö-Bogen

Nach dem Hin und Her um die Platzbenennung des 2008 verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin (CDU) lenkt der neue Rathaus-Chef Thomas Geisel (SPD) ein: Am Donnerstag wird der Stadtrat nun doch über eine Benennung am Kö-Bogen entscheiden.

Die Woche begann mit Telefonaten der Düsseldorfer Parteivorsitzenden von CDU, Thomas Jarzombek, SPD, Andreas Rimkus, und Grünen, Mona Neubaur. Das Thema dabei war die anstehende Benennung eines Platzes nach dem verstorbenen CDU-OB Joachim Erwin (CDU). Nun soll es doch eine Lösung mit relativ breitem Konsens und vor allem Einbindung der Familie des Verstorbenen geben. Es gilt als sicher, dass Rathaus-Chef Thomas Geisel (SPD) am Donnerstag nun doch eine Beschlussvorlage zu dem Thema in den Stadtrat einbringt, die eine Benennung im Kö-Bogen auf Höhe des Breuninger-Hauses vorsieht.

Auf diese Lösung hatte sich Geisel mit Erwins Familie und dem Baas der Düsseldorfer Jorges, Wolfgang Rolshoven, zuvor geeinigt. Der von FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in Form eines Änderungsantrags formulierte Vorschlag, Erwin im Bereich der Bilker Arcaden, zwischen Bachstraße und Bahnlinie, zu ehren, dürfte damit keine Mehrheit bekommen. "Ich bin sicher, dass Thomas Geisel eine gute Vorlage für den Stadtrat macht", sagt SPD-Chef Rimkus auf Anfrage unserer Redaktion. Es sei widersinnig, eine Ehrung gegen den Willen der Familie vorzunehmen. Die SPD hatte bereits betont, beide Lösungen mittragen zu können. Ihre Unterstützung für Geisels Vorschlag gilt deshalb als sicher. Ebenso das Ja der CDU: Die hatte sich ohnehin früh auf Geisels Vorschlag im Kö-Bogen festgelegt.

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Für Irritationen hatte vergangenen Woche gesorgt, dass Geisel die größte Fraktion im Rat nicht über einen möglichen Sinneswandel in der Sache informiert hatte. "Für uns als CDU ist wichtig, dass wir nun endlich den verstorbenen OB ruhen lassen", so CDU-Chef Jarzombek. Offen ist jedoch die Frage, weshalb die CDU Erwin nicht geehrt hatte, als sie im Rathaus noch an der Macht war. Die Grünen wollen das Vorhaben nicht torpedieren. "Wir geben die Abstimmung frei, das ist nicht Gegenstand der Ampel-Kooperation", sagt Parteichefin Neubaur.

Sie stellt damit klar, dass dieses Thema sich trotz unterschiedlicher Ansichten - die Grünen lehnen eine Ehrung zum jetzigen Zeitpunkt ab - nicht negativ auf die Kooperation zwischen SPD, Grünen und FDP auswirkt. "Wichtig ist, dass es nun einen breiten Konsens gibt", betont Neubaur. Die FDP hat signalisiert, an ihrem Vorschlag einer Benennung vor den Arkaden festhalten zu wollen.

(dr)
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