Düsseldorf: Jetzt wird auch gegen einen Mitarbeiter Achenbachs ermittelt

Düsseldorf : Jetzt wird auch gegen einen Mitarbeiter Achenbachs ermittelt

Vier Monate nach Beginn der Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft ist nun auch ein Mitarbeiter von Kunstberater Helge Achenbach in Verdacht geraten. Der bestehe "hinsichtlich dreier Geschäfte mit zwei Geldanlegern", teilte die Staatsanwaltschaft mit, die anhand der bei Achenbach sichergestellten Unterlagen auf den Partner gestoßen war.

Der war schon lange Sammler, als er mit Helge Achenbach in die Art Advice einstieg, eine Tochtergesellschaft der Berenberg Bank, die Kunst als Geldanlage anbot. Nachdem Industriellensohn Christian Boehringer Unregelmäßigkeiten bei der Rechnung moniert hatte, zog sich die Bank aus dem Kunstgeschäft zurück, Achenbach musste Boehringer Schadenersatz leisten.

Die Staatsanwaltschaft schweigt dazu, ob sich ihre Ermittlungen auf den Fall Boehringer beziehen. Kenner des Verfahrens vermuten, dass es nicht nur um diesen Fall geht, sondern auch Achenbachs Geschäfte mit dem Aldi-Erben Berthold Albrecht.

Nach der Trennung von der Berenberg Bank holte Achenbach den Kollegen in den Vorstand seiner "State of the Art AG", über die Albrecht Kunst und Oldtimer gekauft hatte. Nach dessen Tod hatten die Erben Zweifel an den Rechnungen angemeldet und die Witwe Albrechts im April Strafanzeige wegen Betruges erstattet. Die Staatsanwaltschaft Essen ließ Achenbach im Juni verhaften. Gleichzeitig verklagen die Albrecht-Erben Achenbach persönlich, seine Kunstberatungsfirma und die "State of the Art" AG (beide haben kürzlich Insolvenz angemeldet) auf 19,3 Millionen Euro Schadenersatz.

Für Achenbach ist die Ausweitung der Ermittlungen unangenehm. Nicht nur, dass es schwieriger werden dürfte, falsch abgerechnete Einkäufe als Missverständnis oder auf mündlichen Absprachen basierend zu erklären; auch das Risiko wächst, dass er von seinem Kompagnon belastet wird. "Wenn ein kleiner Mittäter ein Geständnis ablegt und den Haupttäter belastet", sagt ein Jurist, "kann das seine eigene Strafe etwas mildern."

Achenbachs früherer Partner ließ gestern über seinen Anwalt ausrichten, er werde sich zu den Vorwürfen "zunächst nur gegenüber der Staatsanwaltschaft" äußern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunstberater und Ex-Fortuna-Präsident: Das ist Helge Achenbach

(sg/rky)
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