Schalke-Profi vor Düsseldorfer Amtsgericht: Jermaine Jones zu Unrecht als Raser verdächtigt

Schalke-Profi vor Düsseldorfer Amtsgericht : Jermaine Jones zu Unrecht als Raser verdächtigt

Wegen einer Ermittlungspanne geriet Fußballprofi Jermaine Jones (31) einst in den Fokus von Tempohütern. Der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 sollte 200 Euro Buße zahlen, weil er Anfang November 2011 nachts mit einem vereinseigenen Wagen auf der Autobahn Richtung Velbert mit 140 km/h geblitzt worden sei, wo nur Tempo 100 erlaubt war.

Bei seinem Protest gegen die Buße erzielte der Profi am Mittwoch beim Amtsgericht einen glatten Freispruch. Der tatsächliche Fahrer war allenfalls auf den ersten Blick mit dem US-Nationalspieler Jones zu verwechseln.

"Das ist nicht mein Wagen — und ich habe sofort erkannt, dass ich da nicht am Steuer sitze!" Lässig und entspannt wies der Schalke-Profi den Raser-Vorwurf zurück.

Als er damals kurz nach der Tempofahrt ein Blitzerfoto nebst Bußgeldbescheid über 204 Euro zugeschickt bekam, habe er den wahren Fahrer auf den ersten Blick erkannt — und brachte den Mann jetzt gleich mit zum Gerichtstermin.

Ein Kleinunternehmer (33) aus den Niederlanden gestand: "Das auf dem Foto — das bin ich!" Mit Strafe musste der Niederländer für diese Tempofahrt nicht mehr rechnen, da das Verfahren gegen ihn längst verjährt ist. Fraglich blieb aber, wieso Jermaine Jones überhaupt verdächtigt wurde.

Im Plauderton erklärte dieser: "Alle unsere Spieler hatten die gleichen Autos, aber nicht die gleichen Nummernschilder." Tatsächlich war der "Tat-Wagen" damals an seinen Clubkollegen Jefferson Farfán ausgegeben worden.

Als aber festgestellt wurde, dass Farfán bei dem Tempoverstoß nicht am Steuer saß, hatte ein Verkehrsermittler wohl das damalige Mannschaftsfoto von Schalke 04 zur Hand genommen — und auf Jones als Fahrer getippt. Doch ein Gutachter der Rechtsmedizin konnte am Mittwoch nach einem Vergleichsfoto von dem US-Nationalspieler das sicher ausschließen.

(wuk)
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