Demonstration: Jede vierte Stelle bei Nokia-Siemens in Gefahr

Demonstration : Jede vierte Stelle bei Nokia-Siemens in Gefahr

Die IG Metall ruft für Freitag, 16. Dezember, zu einem Protestmarsch gegen den Stellenabbau beim Telekommunikationsdienstleister Nokia-Siemens (NSN) auf. Ab 11.15 Uhr ziehen die Mitarbeiter durch den Medienhafen. Vorher findet eine außerordentliche Betriebsversammlung der NSN-Belegschaft im UCI-Kino an der Hammerstraße statt.

In Düsseldorf beschäftigt NSN 800 Mitarbeiter an den Standorten Völklinger Straße und Heltorfer Straße (nähe Flughafen).

Die deutsch-finnische Firma hatte Ende November angekündigt, weltweit 17 000 der 74 000 Stellen abzubauen. Wie viele davon in Düsseldorf wegfallen, ist noch nicht bekannt. "Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern laufen noch, so lange gibt es keine konkreten Zahlen", sagte eine Sprecherin auf RP-Anfrage. Betriebsbedingte Kündigungen konnte die Sprecherin nicht ausschließen. Außerdem könnte es nach IG-Metall-Angaben über die geplanten Jobstreichungen hinaus zu Abspaltungen von Firmenbereichen kommen.

Düsseldorf ist nach München und Berlin der drittgrößte NSN-Standort in Deutschland. In der NRW-Landeshauptstadt sind neben Zentralfunktionen auch Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Vertrieb, Entwicklung und Weiterbildung von Kunden angesiedelt. Die jährlichen Ausgaben des mit Problemen kämpfenden Unternehmens sollen bis Ende 2013 um eine Milliarde Euro gekappt werden.

Bis dahin soll auch der Abbau der Jobs abgeschlossen sein. Das Gemeinschaftsunternehmen hatte Siemens und Nokia in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht und kämpft gegen starke Wettbewerber: Rivalen wie Huawei aus China werden immer stärker und haben auch in Düsseldorf bereits Fuß gefasst.

Gewerkschafter werfen NSN einen übertriebenen Sparkurs vor. "Wenn NSN nur spart, kommt die Firma dadurch nicht zu profitablem Neugeschäft", sagte Ulrike Saaber von der Düsseldorfer IG Metall.

(RP/anch/top)
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