Jazz Rally 2019 in Düsseldorf

Musikfestival in Düsseldorf : Aloe Blacc bei der Jazz Rally umjubelt

Die Jazz Rally findet zum 27. Mal statt. Gleich zu Beginn gab es eine Premiere – eine Startverzögerung wegen Sturms. Am Samstagabend sorgte Aloe Blacc für den bisherigen Höhepunkt.

Zum Klassiker der Jazz Rally in Düsseldorf ist am späten Samstagabend die Jam Session im Breidenbacher Hof geworden. Schlangen vor der Tür auch um Mitternacht gehören dazu, aber das Anstehen lohnt sich. Die Musiker starten unter Leitung von Saxophonist Reiner Witzel (künstlerischer Leitung der Rally), schnell haben sie ihren Spaß und es entsteht im Miteinander eine ganz besondere Stimmung. Die Menschen sitzen im feinen Breidenbacher auf dem Boden, es wird eng, die Stimmung geht hoch.

Barbara Oxenfort machte dieses Jahr mit, auch die Band von Aloe Blacc, der zuvor als Top-Act das Zelt am Burgplatz zum Beben gebracht hatte. Der Star selbst aber ließ sich leider nicht blicken. Für gute Laune und viel Applaus hatte er zuvor dennoch bei seinem Auftritt gesorgt, seine Hits (“I need a dollar“ und „Wake me up“) ebenso gespielt wie eine spezielle Version von Elton Johns „Your Song“.

Und sonst? Immer, wenn Karneval oder Jazz Rally ist, wird auf der Straße vorm Uerige in der Düsseldorfer Altstadt getanzt. Das ist seit Jahren so und so war es auch diesmal wieder. Die eingängigen New Orleans Jazz-, Dixieland- oder Boogie-Rhythmen der vor dem Traditionsbrauhaus spielenden Bands gingen in die Beine und das Kopfsteinpflaster wurde zum Tanzparkett. Nicht nur dort, auch vor dem Carsch-Haus war die Stimmung ausgelassen und es wurde getanzt.

Bei den Open Air-Konzerten der Rally war zwischen proppenvoll und zuschauermäßig übersichtlich alles dabei. Das hatte aber nichts mit der Qualität der Musik zu tun, sondern hing in erster Linie vom Wetter ab. Bei Regen, der sich zum Glück in Grenzen hielt, flüchteten so einige Musik-Liebhaber ins Trockene. Andere harrten standhaft aus.

Die Wetterkapriolen hatten schon am Freitag zu einem Aha-Moment geführt. Boris Neisser, Geschäftsführer der Destination Düsseldorf, hat schon einiges erlebt. Kurz vor 18 Uhr gab es dann mal wieder etwas Neues. Es kam ein Anruf vom Wetterbüro des Flughafens. Wegen stürmischer Winde könne die Rally aus Sicherheitsgründen noch nicht starten. Also warteten am Rathaus Ehrengäste und Zuschauer mit der offiziellen Eröffnung des Festivals, Schirmherr Klaus Doldinger überbrückte die Zeit mit Anekdoten seiner Düsseldorfer Wurzeln.

Nach 15 Minuten gab es dann aber grünes Licht, und los ging es am Marktplatz mit dem Jugendjazzorchester NRW. Wie vielfältig die Rally ist, zeigte sich den Button-Besitzern schon beim ersten Bummel zwischen den Spielstätten. „Blue in Green“ hieß es in der Maxkirche beim Jazz-Gottesdienst, der meditative Momente und zeitgenössischen Jazz verband. Zum zehnten Mal fand dieser Gottesdienst statt, er hat mittlerweile viele Freunde.

Im großen Festzelt am Burgplatz ließ es am Abend dann Nik West „funken“. Die Bassistin mit der gestylten Sturmfrisur brachte all ihre Power auf die Bühne und steckte das Publikum an. Gut konnte man sich vorstellen, warum sich der verstorbene Prince für sie begeisterte und sie an seiner Seite haben wollte.

Auch heute noch kann man den ganzen Tag Musik in vielerlei Spielarten von internationalen Top-Musikern in der Düsseldorfer City genießen. Das Sonntagprogramm bringt wieder viel Abwechslung in Säle, Kirchen, auf der Straße – und im Zelt am Abend die Reggae-Formation„Third World“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So läuft die Jazz Rally 2019

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