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Interview: Jasmin Tabatabai singt bei der Jazz Rally

Interview : Jasmin Tabatabai singt bei der Jazz Rally

Es ist sechs Jahre her, dass sie bei der Jazz Rally aufgetreten ist. Damals war sie rockig unterwegs. Nun präsentiert sich die mit ihrer Rolle im Kinofilm "Bandits" bekannt gewordene Jasmin Tabatabai als Jazzsängerin zusammen mit dem David Klein Quartett am Samstag, 7. Juni, in der Rheinterrasse.

Die Mutter von drei Kindern, Schauspielerin und Sängerin bringt deutschsprachige Klassiker in neuen Bearbeitungen, Schlager aus den 20er Jahren, vertonte Tucholsky-Gedichte sowie eigens für sie geschriebene Songs auf die Bühne. Die in Berlin lebende Deutsch-Iranerin singt von den Sehnsüchten und Seelenqualen einer Frau, ohne in Kitsch und Schlager abzudriften. Und hier am Rhein feiert die bis dato noch 46-Jährige auch in ihren Geburtstag am Pfingstsonntag.

Wie vertraut ist Ihnen Düsseldorf?

Jasmin Tabatabai Ich komme immer wieder gerne hierher und habe schöne Erinnerungen an die Stadt. Beim letzten Mal war es ein sehr heißer Tag und wir haben ganz schön geschwitzt im Zelt am Burgplatz.

Damals passten Sie mit Ihrer Musik nicht so recht ins Programm, oder?

Tabatabai Nee, nicht wirklich, aber diesmal komme ich ja lasziv bis feinfühlig mit Jazz und unterstützt von den hervorragenden Begleitern um den Komponisten, Musiker und Produzenten David Klein.

Seit wann sind Sie denn dem Jazz verfallen?

Tabatabai Das war eine intuitive Entscheidung und eine normale Entwicklung. Nach der letzten Rock-Tournee 2008 sehnte ich mich nach leiseren Tönen. Und weil ich bei den Zugaben immer nur mit akustischer Gitarre aufgetreten bin, was dem Publikum besonders gut gefallen hat, wollte ich ein unangestrengtes Programm, das nicht laut ist, nur so zum Zuhören. Wie es der Zufall wollte, meldete sich David Klein und überredete mich zu einer gemeinsamen Jazz-Platte. David ist davon überzeugt, dass ich anders singe als eine normale Jazz-Sängerin und findet gerade diesen Kontrast spannend. So ist das Album "Eine Frau" entstanden.

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Sie sind mit 46 Jahren zum dritten Mal Mutter geworden. Wie machen Sie das mit Ihrem Sohn, wenn Sie auf Tournee sind?

Tabatabai Johan Anton ist immer dabei. Beim dritten Kind ist man als Familie ein eingespieltes Team. Außerdem habe ich bereits wieder gedreht für die neue Staffel der TV-Krimiserie "Letzte Spur Berlin". Und gegen einen 14-Stunden-Drehtag sind die Konzerte für mich wie Urlaub. Das ist Wellness für meine Seele, denn nichts geht über den direkten Kontakt zum Publikum. Die Musik ist ein idealer Ausgleich zum stressigen Beruf als Darstellerin in einer Serie.

Sie sind derzeit in Talkrunden stark gefragt, wenn es um das Thema Mutter und Familie geht. Wie sehen Sie sich in dieser Rolle?

Tabatabai Mit drei Kindern, davon eines erst mit 46 bekommen, gilt man als Fachfrau fürs Muttersein. Nur mir ist das alles zu dogmatisch und theoretisch. Kinderkriegen ist doch etwas Selbstverständliches, darum muss man ebenso wenig einen Hype machen wie ums Nicht-Kinderkriegen. Ich werde aber auf jeden Fall keine Kinder-Platte machen, denn ich arbeite auch deshalb gerne, weil ich dann ein Erwachsenenleben lebe.

Aber einschränken müssen Sie sich schon, oder?

Tabatabai Klar, ich mache nicht jeden Job oder jedes Konzert oder gehe zu jeder Feier. Ich finde es am besten, wenn das Leben mit Kindern normal weiterläuft. Da ich nicht zur Hausfrau tauge, stehe ich eben auch vor der Kamera oder auf der Bühne.

Haben Sie als Iranerin ein anderes Verhältnis zu Kindern?

Tabatabai Ja. Wir Iraner freuen uns einfach riesig über jedes Kind und strahlen es an. Die Deutschen benehmen sich oft muffelig gegenüber den Kleinen und wundern sich dann, wenn die zurückmuffeln. Doch wie hat schon Karl Valentin gesagt: "Kinder brauchen nicht erzogen zu werden, sie machen uns eh alles nach."

Zurück zum Jazz-Rally-Konzert. Worauf können sich denn nun die Düsseldorfer an Pfingsten freuen?

Tabatabai Auf ein deutschsprachiges Konzert zum Zuhören und Entschleunigen. Die Musiker sind einfach großartig und die Lieder mit den schönen Texten wie gemacht zum entspannten Lauschen.

DAGMAR HAAS-PILWAT STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)