ISS-Dome Düsseldorf: Verstärkte Kontrollen beim Udo-Lindenberg-Konzert

ISS-Dome Düsseldorf : Verstärkte Kontrollen beim Udo-Lindenberg-Konzert

Sicherheitsexperten bewerten Veranstaltungen in Düsseldorf nach dem Anschlag in Manchester neu. In der Arena sind große Taschen ab jetzt verboten. Wir haben uns kurz vor dem Udo-Lindenberg-Konzert am Mittwochabend dort umgehört.

Der Anschlag am Montag in Manchester, der 22 Menschen das Leben gekostet hat, bringt auch die Diskussion um Sicherheit bei Düsseldorfer Großveranstaltungen neu in Gang — insbesondere wegen der anstehenden Großevents Tour de France und Rheinkirmes. Beim Konzert von Udo Lindenberg am Mittwochabend gab es umfassendere Personenkontrollen als üblich, der Einlass wurde daher nach vorne verlegt. Die städtische Hallengesellschaft verbietet ab jetzt zudem Taschen in einer Größe über dem Normmaß Din-A4.

Wir haben uns bei den Fans vor der Halle umgehört, ob sie nach dem Anschlag mit einem anderen Sicherheitsgefühl auf das Konzert gehen als vorher?

Anna Herp (48, aus Düsseldorf)

Foto: Oliver Burwig

"Ich lasse mich von sowas nicht beeindrucken. Dass man wegen der Einlasskontrollen früher kommen muss, kann ich absolut nachvollziehen. Mein erster Gedanke nach Manchester: Warum sollte es ausgerechnet Udo Lindenberg treffen?"

Sebastian Rauh (46, aus Düsseldorf)

Foto: Oliver Burwig

"Ich glaube, es gibt hier ein gutes Sicherheitskonzept. Es wird gut kontrolliert. Es gibt so selten Anschläge, so tragisch sie sind. Ich hätte aber mehr Polizei erwartet."

Nicole Paashaus (43, aus Neuss)

Foto: Oliver Burwig

"Ich habe die Karte gestern erst spontan gekauft. Man will sich ja nicht verstecken, das ist das, was die wollen. Wenn mehr Polizei da wäre, würde man sich noch verrückter machen."

Für den Israel-Tag vor dem Rathaus wurden derweil Lkw-Barrieren aufgebaut, es gab Zugangskontrollen für Besucher. Das hatte die Jüdische Gemeinde kurzfristig als Konsequenz aus Manchester entschieden.

Experten unter anderem der Polizei und der Hallengesellschaft Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) saßen am Mittwoch zusammen, um über Konsequenzen aus dem Anschlag in Großbritannien zu sprechen. Außerdem fand ein Treffen von Polizei und Ordnungsamt zum Grand Départ statt — das allerdings ohnehin geplant war. In den vier Tagen rund um den Grand Départ (29. Juni-2. Juli) werden Hunderttausende Besucher erwartet, die Vorbereitungen laufen seit Monaten auf Hochtouren.

Konkrete Hinweise auf eine Bedrohung in Düsseldorf gibt es nicht, wie alle Beteiligten betonen. Allerdings müssen sich Veranstalter und Sicherheitsbehörden mit dem Szenario des jüngsten Anschlags in England auseinandersetzen: Der Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters fand in einer Zone außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsbereiches statt. Und es waren junge Menschen betroffen.

Angesichts der weltweiten Bedrohung sind die Veranstalter auch international in Kontakt, um ihre Konzepte zu optimieren, sagt Hilmar Guckert, Sprecher der Geschäftsführung von Düsseldorf Congress & Event. Seit Jahren gibt es eine Fachabteilung zum Thema Sicherheit in der Gesellschaft, die unter anderem auch Esprit-Arena und Mitsubishi Electric Halle betreibt. "Der Austausch findet auch auf internationaler Ebene und unter Kollegen in anderen Veranstaltungsstätten statt."

Eine erste Konsequenz waren die verschärften Einlasskontrollen, über die Besucher vorab über das Internet informiert wurden. Die Hallengesellschaft hofft auf Mithilfe der Zuschauer: Sie werden gebeten, künftig auf größere Taschen, Rucksäcke oder Helme zu verzichten, um die Arbeit der Sicherheitskräfte zu erleichtern.

In der kommenden Woche findet auf dem Messegelände nicht nur die Tischtennis-WM statt, sondern auch die Dokomi mit mehr bis zu 50.000 Manga- und Japan-Fans. Das größte Event nach dem Tour-Start wird die Rheinkirmes (ab 15. Juli). Alle Veranstalter suchen derzeit nach der richtigen Balance: Man will für alle Szenarios gerüstet sein. Besucher sollen aber auch nicht zusätzlich verunsichert werden.

(bur/arl/ujr)
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