200. Geburtstag von William Thomas Mulvany: Ire plante Rheinquerung

200. Geburtstag von William Thomas Mulvany: Ire plante Rheinquerung

Düsseldorf (dto). Wer heute über die Theodor-Heuss-Brücke fährt, wird sich wohl kaum bewusst sein, dass bereits lange vor der Eröffnung (1957) eine solche Rheinüberquerung geplant worden war. Dieser und viele andere Entwürfe zur Verbesserung des Verkehrswesens, die Düsseldorf zu einer Wirtschaftsmetropole umgestalten sollten, gehen auf den irischen Ingenieur William Thomas Mulvany zurück. Am Samstag, 11. März, jährt sich sein Geburtstag zum 200. Male.

Ursprünglich wollte der am 11. März 1806 in Sandymount bei Dublin geborene Sohn eines Professors Medizin studieren. Da die Familie sehr kinderreich war, musste er sein Studium abbrechen und wandte sich dem Ingenieurberuf zu. Als Vermessungs- und Wasserbauingenieur trat er dann in den staatlichen Dienst und machte sich als Spezialist für Binnenschifffahrt und Landentwässerung (Trockenlegung des Sumpfgebietes um den Shannon) einen Namen, auch über die Grenzen Irlands hinaus.

Als er nach einem Regierungswechsel - mit 48 Jahren - in den Ruhestand versetzt wurde, ergriff ein irischer Geschäftsmann die Gelegenheit, ihn als Spezialist ins Ruhrgebiet zu holen, um dort Kohlefelder zu erschließen (Zechengründungen "Hibernia" bei Gelsenkirchen und "Shamrock" bei Herne). Obwohl sein Betätigungsfeld an der Ruhr lag, ließ sich Mulvany im Mai 1855 mit seiner Familie in Düsseldorf nieder.

Die Stadt war für ihn der geeignete (und ausbaufähige) Standort. Er war auch einer der ersten, die den Ruf Düsseldorfs als "Schreibtisch des Ruhrgebiets" begründeten. Mit einer Vielzahl von Plänen, beispielsweise zur Reorganisation der Eisenbahnanlagen (Bahnhof Derendorf) oder zum Ausbau des Hafens als größtem Binnenhafen des Festlands (Rheindurchstich zwischen Heerdt und Lörick), zeigte sich Mulvany als Mann von Weitblick: Düsseldorf sollte zu Land und zu Wasser zum Wirtschaftsstandort ausbaut werden.

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Zu seinen Lebzeiten wurde jedoch keiner dieser Pläne realisiert, vor allem aus finanziellen Gründen. Von den vielen Wirtschaftsverbänden, die Mulvany gründete oder denen er angehörte, sei als Beispiel der "Langnam-Verein" von 1871 (Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen) erwähnt. Und mit Bankier Christian Trinkaus rief er den "Düsseldorfer Börsenverein" (1874) ins Leben, aus dem sich die Rheinisch-Westfälische Börse entwickelte.

Am 30. Oktober 1885 ist William Thomas Mulvany in Düsseldorf gestorben. Auf dem Nordfriedhof erhielt er ein Ehrengrab. 1937 wurde in Düsseltal eine Straße nach ihm benannt. Und auch dies gehört zur Geschichte des irischen Pioniers: Er besaß ein komfortables Grundstück an der Prinz-Georg-Straße. Es bot nicht nur Platz für sein Wohnhaus, sondern auch für eine Anglikanische Kirche, die auf seine Initiative für britische Mitbürger gebaut wurde. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. An der Rotterdamer Straße ist sie als "Christ Church" neu errichtet worden. Seit 1985 befindet sich vor der Kirche eine Stele zur Erinnerung an Mulvany.

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