Investor bietet Großmarkt-Händlern aus Düsseldorf Areal in Neuss an

Stadtplanung : Investor will Großmarkt-Händlern Gelände in Neuss anbieten

Die Industrial Property Experts werben für eine Alternative zum Gelände an der Ulmenstraße. Allerdings haben sich einige Händler klar zum alten Standort bekannt.

Während die Planungen für einen neuen Düsseldorfer Großmarkt voranschreiten, bringt ein neuer Player eine Alternative für die Obst- und Gemüsehändler ins Spiel. Das Erkrather Unternehmen Industrial Property Experts (IPE) will auf einem Gelände in Neuss nahe der Stadtgrenze moderne Großmarkthallen errichten und sie an die Händler vermieten. Heute soll nach Angaben von IPE die Idee auf dem Großmarkt vorgestellt werden. Anwalt Wolfgang Peters, der Investor und Händler zusammengebracht hatte, wird die Versammlung leiten.

Dem Vernehmen nach haben sich bereits einige Händler den Standort angesehen und sind davon angetan. Allerdings hatte sich rund ein Drittel der Großmarkt-Händler in der vergangenen Woche mit der Gründung einer Genossenschaft zur Wahrung ihrer Interessen klar zum bisherigen Standort bekannt.

Bei dem angedachten neuen Standort handelt es sich um ein Grundstück an der Hammer Landstraße (gegenüber dem Rheinpark-Center) in Neuss-Hammfeld. Das Unternehmen Landgard, das Blumen, Obst und Gemüse vermarktet, hat kürzlich sein rund 70.000 Quadratmeter großes Grundstück dort an ein Family-Office verkauft. Auf dem Areal soll nun ein Cash & Carry-Markt für Pflanzen gebaut werden, den Landgard dann zurückmieten will. Weil dafür nur ein Teil des Areals benötigt wird, könnten auf der verbleibenden Fläche (rund 35.000 Quadratmeter) moderne Großmarkthallen entstehen.

Genaue Pläne für die neuen Gebäude kann IPE-Geschäftsführer Oliver Drecker den Händlern noch nicht präsentieren. Sein Unternehmen sei erst vor wenigen Monaten mit der Idee konfrontiert worden: „Und dann haben wir festgestellt, dass es passen könnte.“ Man wolle den Händlern anbieten, passgenau nach ihren Bedürfnissen zu bauen – diese müssten im Gegenzug zunächst verbindliche Absichtserklärungen abgeben und später langfristige Mietverträge unterschreiben.

Wie die Chancen für diesen neuen Plan stehen, ist komplett offen. IPE-Chef Drecker zufolge hat der Standort klare Vorzüge: „Er ist nahe an der Düsseldorfer Stadtgrenze, über die A57 gut angebunden und über die Willy-Brandt-Allee auch an die A52“, sagt er. Die nahe Haltestelle der S-Bahn 28 biete zudem eine gute Anbindung auch für Mitarbeiter, die nicht mit dem Auto anreisen. Überdies würden die Hallen, wie es bisher auch am alten Standort war, an jeden Händler einzeln vermietet.

Einige Händler sehen jedoch ein Fortbestehen am alten Standort in Derendorf als entscheidend an, da dieser bei den langjährigen Kunden etabliert und bewährt sei. Dort, an der Ulmenstraße, will die Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) neue Hallen entwickeln, die Händler sollen diese dann über die neu gegründete Genossenschaft „Großmarkthallen Düsseldorf eG“ anmieten. Mit der Gründung sei ein „nächster wichtiger Schritt“ getan, um die Umgestaltung des Großmarktes zu sichern, hatten die beteiligten Händler dazu mitgeteilt. Dass die Händler sich aufteilen und künftig zwei Großmärkte an verschiedenen Stellen existieren, scheint dagegen fraglich.

IDR-Vorstand Manfred Kornfeld erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, er habe von diesem Angebot aus Neuss bisher noch nichts gehört.

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