Düsseldorf: Internationale Schule baut für 1,3 Mio

Düsseldorf : Internationale Schule baut für 1,3 Mio

An der privaten Schule hat, drei Wochen früher als anderswo, der Unterricht angefangen. Ein neues Gebäude wurde eröffnet. Für die Stadt ist die Schule ein Faktor, um internationale Firmen zu halten. Aber auch bei Deutschen ist die Internationale Schule beliebt. Sie stellen die meisten Schüler.

Für über 1000 Düsseldorfer Schüler sind die Sommerferien bereits gestern zu Ende gegangen. In der Internationalen Schule in Kaiserswerth begann der Unterricht knapp drei Wochen vor dem Ferienende in NRW. Die Kinder und Jugendlichen hatten acht Wochen frei: Die Urlaubsphasen weichen von den allgemeinen Zeiten ab, da die Familien aus 50 Nationen stammen und so die Möglichkeit haben, Heimreisen auch in ferne Länder zu unternehmen.

An der Schule selbst, die von einem Elternverein getragen wird, wurde jedoch während der Ferien gearbeitet. Denn zum Start ins neue Schuljahr nahm die Internationale Schule gestern ein soeben fertiggestelltes Gebäude in Betrieb. "Wir haben 1,3 Millionen Euro in den Bau und andere Maßnahmen investiert", sagt Schuldirektor Neil McWilliam, ein Australier. Das Geld brachte die Schule aus eigenen Mitteln auf. Sechs Klassenzimmer wurden geschaffen, wobei zwei der Räume neuen Schülern vorbehalten sind. 200 Neuanmeldungen gab es dieses Jahr. Immer mehr kommen aus dem nicht englischsprachigen Ausland und müssen zunächst die Unterrichtssprache Englisch lernen.

Die Kinder und Jugendlichen werden in dem Neubau in speziellen Kursen auf den normalen Unterricht in der Schule vorbereitet, die aus Sicht der Stadt zu einem wichtigen Faktor für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf geworden ist. "Wir weisen in unseren internationalen Broschüren auf die Schule hin", sagt Uwe Kerkmann, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. Die Stadt kooperiert im Rahmen eines EU-Projekts zur Internationalisierung von Städten mit der Schule. Diese gehöre, so Kerkmann, zu den Rahmenbedingungen, die die Landeshauptstadt und ihr Umland für internationale Konzerne attraktiv mache. Kerkmann: "Eltern, die beruflich aus dem Ausland nach Düsseldorf kommen, wissen so, dass ihre Kinder in der Schule keine Probleme bekommen."

Die Schüler werden von der ersten bis zur zwölften Jahrgangsstufe nach einem Curriculum unterrichtet, das an internationale Lehrpläne angepasst ist. Dabei bleiben manche nur Monate, andere wie die 16-jährige Kaitlyn aus den USA verbringen mehrere Jahre in Kaiserswerth. "Ich bin schon zwei Jahre hier", sagt Kaitlyn, die wegen der Jobs ihrer Eltern nach Düsseldorf kam.

Die Amerikaner stellen mit 19 Prozent auch dieses Jahr wieder die größte Gruppe unter den ausländischen Schülern, gefolgt von den Japanern mit zwölf Prozent. Den größten Anteil überhaupt machen an der 1968 gegründeten Schule aber inzwischen die Deutschen aus. Ihr Anteil beträgt im Schuljahr 2011/12 rund ein Viertel. Zu dieser Gruppe gehört der 17-jährige Finley. Er geht seit der ersten Klasse zur Internationalen Schule und will nach dem Abschluss nächstes Jahr an einer deutschen Uni studieren. Dies erfordert allerdings die Prüfung seines Zeugnisses durch die Bezirksregierung. "Der Abschluss muss dem Abitur entsprechen", sagte gestern eine Sprecherin der Bezirksregierung.

Die Behörde ist — wie bei allen Schulen — für inhaltliche Fragen zuständig. Dabei unterscheidet sich die Internationale Schule aber nicht nur in ihrer Ausrichtung von anderen Schulen. Vielmehr handelt es sich bei ihr im Bereich der Sekundarstufe 1 um eine so genannte Ersatz-Schule. Das bedeutet, dass die Internationale Schule nicht nur die eigenen Gebäude selbst bezahlen, sondern auch sonst ohne öffentliche Förderung auskommen muss. Eltern entrichten einen monatlichen Beitrag von durchschnittlich 1250 Euro. Dabei gibt es aber für deutsche Schüler die Möglichkeit zu einem Stipendium.

(RP)