Insolvenz von Döner-Start-up Was wird aus dem Bolker Stern in der Altstadt?

Düsseldorf · Wo McDonald’s war, sollte schon längst Döner sein. Die Insolvenz von „tastyy“ sorgt nun aber für Fragezeichen. Das sagt der Geschäftsführer zur Chance, ob es mit dem Projekt in der Düsseldorfer Altstadt weitergeht.

Die geplante „tastyy“-Filiale am Bolker Stern an diesem Sonntag

Die geplante „tastyy“-Filiale am Bolker Stern an diesem Sonntag

Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Schon seit Juli 2022 ist McDonald’s am Bolker Stern Geschichte. Dort wollte schon im vorigen das Döner-Start-up „tastyy“ mit 40 Mitarbeitern einen glanzvollen Start hinlegen. Doch daraus wurde bislang nichts. Jetzt die neue Nachricht: „tastyy“ musste ein Insolvenzverfahren anmelden.

Das junge Unternehmen will Fastfood mit Niveau anbieten. Kostenpflichtiger Inhalt Döner und Salatbowls sollen mit guten Zutaten komponiert und am Tisch serviert werden. Hinter der Idee steckt ein erfahrener Fast-Food-Gastronom: Marco Schepers, früher Deutschlandchef von Kentucky Fried Chicken, jetzt Geschäftsführer der neuen Restaurantkette aus Bocholt.

Laut eigener Mitteilung ist das Start-up mit seinem Konzept bei den Kunden bislang sehr gut angekommen. Der eingeschlagene Wachstumskurs habe jedoch hohe Investitionen benötigt. „Leider sind vertraglich zugesagte Gelder eines Investors zur Deckung der Liquidität noch nicht gekommen, so dass das Unternehmen den Schritt gehen musste, eine Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu beantragen“, erklärt Schepers in einer Mitteilung.

Das zuständige Amtsgericht Münster habe dem Antrag durch eine entsprechende Beschlussfassung stattgegeben. Das junge Unternehmen will den Betrieb nach kurzer Unterbrechung fortsetzen und hat das Ziel, Investoren oder Käufer für das Geschäft und das Konzept zu begeistern.

Kristof Wilmes von Michels Wilmes Rechtsanwälte und Nils Averbeck von der Beratungsgesellschaft Michels Restrukturierung unterstützen „tastyy“ auf seinem Weg. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Mike Westkamp von der Kanzlei Görg bestellt.

Welche Chancen hat vor diesem Hintergrund die geplante Filiale am Bolker Stern? Sie macht von außen keinen guten Eindruck. Die Scheiben zeigen zwar großformatig Werbung für das neue Konzept, sie sind aber verschmutzt und teils mit Aufklebern versehen. Nach Niveau und baldiger Öffnung sieht es nicht aus, wie unser Besuch am Sonntag zeigte.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Schepers: „Die Eröffnung war geplant, der Ausbau bereits weit fortgeschritten und die Mitarbeiter im Training in den bestehenden Restaurants. Wir prüfen daher die weitere Umsetzbarkeit der Eröffnung im Verfahren.“