1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Für fahrradfreundliche Stadt: Initiative gegen Gehwegparker

Für fahrradfreundliche Stadt : Initiative gegen Gehwegparker

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club geht einen ungewöhnlichen Weg, um gegen Autos auf dem Bürgersteig zu protestieren. Er belegt, dass die Stadt aktuell nicht die Kriterien einer fahrradfreundlichen Stadt erfüllt.

Die Fotos, die das Landesverkehrsministerium und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden (AGSF) in diesen Tagen erhalten haben, sind eindeutig: Bis knapp vor die Hauswand stehen die Autos auf dem Bürgersteig an der Drakestraße in Oberkassel. Auf dem Gehweg an der Hildener Straße bleibt so wenig Platz, dass die Fußgänger auf dem Radweg laufen. Und an der Sophienstraße kommen Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen nicht zwischen Auto und Hecke hindurch. Die Fotos hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) an Ministerium und Arbeitsgemeinschaft geschickt, um auf diesem Weg das Gehwegparken in Düsseldorf zu reduzieren.

Das Vorgehen des ADFC erscheint insofern erstaunlich, als der Verein damit bewirken könnte, dass Düsseldorf den schmückenden Titel der fahrradfreundlichen Stadt verliert. Um Mitglied in der AGSF zu sein, muss eine Stadt unter anderem "zusammenhängende Fußwegenetze, adäquat dimensionierte Fußverkehrsanlagen" haben und "Fuß- und Radwege von ruhendem Verkehr freihalten".

Die Stadtverwaltung hatte sich in dem Dauerstreit zuletzt Mitte des Monats positioniert. Auf Anfrage der SPD hatte Verkehrsdezernent Stephan Keller erklärt, das Parken auf Gehwegen werde in Düsseldorf schon seit Jahren "teils halbseitig und teils gänzlich zugelassen". An vielen Stellen in der Stadt seien so zusätzliche Parkplätze geschaffen worden - "häufig auf Wunsch der Anwohner und der zuständigen Bezirksvertretung". Dabei sei "selbstverständlich" darauf geachtet worden, dass genügend Platz für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen bleibe. Beschwerden, dass Gehwege nicht passierbar seien, lägen auf den betroffenen Straßen nicht vor, betonte Keller. Er gehe davon aus, dass keine Probleme für Passanten bestehen.

Der ADFC zeigt mit seinen Bildern, dass es Problemstellen gibt. Der Verein verknüpft die Fotos mit dem Hinweis darauf, wer die Leidtragenden sind. In der Kampagne "Warum stehst Du auf meinem Weg?" schildert ein Mädchen, warum sie gegen Gehwegparken ist. "Hier gehe ich mit anderen Kindern zu Fuß oder wir fahren mit Fahrrad. Aber wie sollen wir gut ankommen, wenn Du mit dem Auto hier parkst?", heißt es in dem Text der Kampagne.

Unterstützung erhält der ADFC vom Düsseldorfer Umweltforum, einem Zusammenschluss von zwölf Umwelt- und Verkehrs-Vereinen. Das Umweltforum fordert den sofortigen Stopp der so genannten Parkraum-Optimierung. Sie diene ausschließlich den Interessen von Anwohnern mit großen Fahrzeugen, nicht aber den Bedürfnissen der meisten Anwohner.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wie fahrradfreundlich ist Düsseldorf?

(RP/ila/anch)