Falsche Angaben: Initiative: Flughafen hat bei Nachtflügen gemogelt

Falsche Angaben : Initiative: Flughafen hat bei Nachtflügen gemogelt

Die Initiative "Bürger gegen Fluglärm" erhebt Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Flughafens Düsseldorf und die frühere Landesregierung. Hintergrund ist die im Jahr 2005 vom damaligen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) erteilte Betriebsgenehmigung für den Airport.

Damals wurde die Kapazität des Flughafens demnach von 122.000 auf 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten erhöht. Während sich die Zahl der Tagflüge dadurch lediglich um sieben Prozent erhöht habe, sei die Zahl der Nachtflüge um 65 Prozent gestiegen.

"Begründet wurde die umstrittene Entscheidung mit einer angeblich überbordenden Nachfrage von 45 oder gar mehr Flugwünschen der Airlines in der Stunde von 22 bis 23 Uhr. Der Flughafen sprach sogar von 60", heißt es in einem Schreiben der Initiative "Bürger gegen Fluglärm".

Allerdings sei die Nachfrage nach Starts und Landungen vonseiten der Airlines zu diesen Zeiten weitaus geringer als damals behauptet. 33 Landungen wären als Kompromiss durch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster erlaubt, würden aber gar nicht ausgeschöpft. "Im Umkehrschluss kann dies nur bedeuten, dass sich der Flughafen Düsseldorf die 2005er Erweiterung der Betriebsgenehmigung mit falschen Angaben erschlichen hat.

Die Genehmigung des damaligen Verkehrsministers fußt auf falschen Annahmen, ebenso wie die anschließende gerichtliche Überprüfung durch das OVG Münster. In einem Rechtsstaat sollten deshalb solche Entscheidungen zurückgenommen werden, wenn die Voraussetzungen nicht eingetreten sind", heißt es weiter in dem Schreiben der regionalen Anti-Fluglärm-Initiative.

Der Flughafen weist die Vorwürfe zurück. "Ich widerspreche dem. Auch im siebten Jahr der erweiterten Betriebsgenehmigung haben wir noch immer eine Überanfrage nach Starts und Landungen verteilt über die verschiedenen Tageszeiten", sagte Flughafensprecher Christian Hinkel auf RP-Anfrage. Die damalige Einschätzung der Nachfrage nach Starts- und Landungen habe dem damaligen Wissensstand entsprochen.

(RP/ila)