Düsseldorf: Initiative findet 250 Mängel an Radwegen

Düsseldorf : Initiative findet 250 Mängel an Radwegen

Über das Internet haben die Grünen mit Unterstützung des Fahrradvereins ADFC Beschwerden von Radlern gesammelt. Nun haben sie die Liste an die Stadt übergeben. Die Politik stimmte derweil dem neuen Radweg am Hauptbahnhof zu.

Nach Ansicht der Grünen herrscht bei den Radwegen in der Innenstadt viel Handlungsbedarf. Sie haben über eine Internet-Plattform seit September Beschwerden von Bürgern über fehlende, schlechte oder zugeparkte Radwege gesammelt. Gestern haben sie rund 250 Hinweise an die Stadtverwaltung übergeben — in der Hoffnung, dass die Mängel bald behoben werden. "Wir wollen Druck auf die Stadt machen, mehr für Radfahrer zu tun", sagt Annegret Ott, eine der Initiatorinnen der Initiative "Düsseldorf braucht Rad", die auch vom Fahrradverein ADFC unterstützt wird.

Torfbruchstraße: Radweg endet plötzlich auf Brachfläche. Foto: Grüne

Nach der Auswertung der Hinweise sehen die Grünen mehrere Problembereiche. Dazu zählt, dass es auf vielen wichtigen Achsen keine durchgehenden Radwege gebe. Radfahrer hatten sich etwa über die Situation auf Corneliusstraße, Roßstraße und Teilen des Lastrings beschwert. Wenn die Stadt das Rad auch für Berufspendler attraktiver machen wolle, helfe es nicht, auf Alternativrouten durch Nebenstraßen zu verweisen. "Umleitungen funktionieren nicht", meinte Ott bei der Übergabe der Liste an den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Martin Volkenrath (SPD).

Abfahrt von der Theodor-Heuss-Brücke: Radweg endet mit scharfer Kurve. Foto: Grüne

Ein weiterer Kritikpunkt nach Ansicht der Einsender: Wege, die schlecht gebaut sind oder unvermittelt enden, etwa der neue Radstreifen an der Kölner Straße. Ein häufig genanntes Ärgernis sind auch zugeparkte Wege. Die Grünen fordern deutlich mehr Kontrollen.

Arnheimer Straße: Neuer Radweg verläuft im Zick-Zack-Kurs. Foto: Grüne

Die Hinweise zeigten auch ein Gefälle in der Stadt: Aus dem Bezirk 10 (Garath/Hellerhof) gebe es kaum Klagen, berichten die Initiatoren, dafür viele Beschwerden aus Stadtmitte, Bilk, Oberbilk und Flingern. Die Grünen haben bereits begonnen, einzelne Stellen in den Bezirksvertretungen zur Diskussion zu stellen.

Roßstraße: Eine Hauptverkehrsachse ohne Fahrradstreifen. Foto: Grüne

Dabei haben sie auch Zustimmung der anderen Fraktionen erfahren, etwa für einen durchgehenden Radweg auf der Jacobistraße. Denn die Förderung des Radverkehrs beschäftigt derzeit auch vermehrt die anderen Parteien. Die CDU hatte etwa kürzlich vorgeschlagen, am Bilker S-Bahnhof ein modernes Radzentrum zu bauen, in dem Pendler ihre Gefährte sicher einschließen und sich selbst duschen können. Angesichts der hohen Verkehrsbelastung streben Politik und Verwaltung an, den Anteil des Radverkehrs von derzeit zwölf Prozent deutlich zu erhöhen. Schlecht ist die Ausgangslage trotz aller Kritik nicht: Düsseldorf wurde vor einigen Jahren als "fahrradfreundliche Stadt" zertifiziert.

Benrather Schlossallee: Ende des Radwegs ist zugeparkt. Foto: Grüne
Kölner Straße: Radweg endet ungeschickt am Worringer Platz. Foto: Grüne

Auf Initiative von CDU und FDP wird zudem bald eine der größten Gefahrenstellen entschärft: Auf Karlstraße und Worringer Straße, also auf der bis zu siebenspurigen Straße vor dem Hauptbahnhof, soll ein durchgehender Radweg entstehen. Gestern stimmte der Verkehrsausschuss dem Bedarfsbeschluss zu. Der Radweg soll 1,5 Millionen Euro kosten, rund eine Million soll vom Land kommen. Gebaut werden soll ab 2016.

(RP)