Influenza-Welle 2018: Stadt Düsseldorf wappnet sich mit neuem Serum gegen Grippe

Gesundheit : Stadt Düsseldorf wappnet sich mit neuem Serum gegen Grippe

Das Gesundheitsamt rät dringend zur Impfung vor Influenza. Im vergangenen Winter sind knapp 1400 Düsseldorfer schwer erkrankt. Die Dunkelziffer soll weit höher liegen.

Mit den ersten kühlen Herbsttagen kehrt die Gewissheit zurück: Die nächste Grippewelle kommt bestimmt! Ob sie ähnlich heftig sein wird wie im vergangenen Winter, lässt sich nicht voraussagen.Unabhängig davon gilt in Fachkreisen: Die Influenza, also die echte Virusgrippe (nicht zu verwechseln mit einem grippalen Infekt) ist eine gefährliche Erkrankung und wird von den meisten Menschen immer noch unterschätzt. „Eine Impfung ist der beste Schutz. Und in diesem Jahr haben wir ein wirksameres Serum“, meint Dr. Anke Kietzmann, Ärztin im Gesundheitsamt.

Jetzt ist die beste Zeit, sich vor der nächsten Grippesaison impfen zu lassen, rät die Medizinerin. Die beginnt meist im Dezember, möglicherweise aber auch früher. Und wenn sehr viele Menschen erkranken, können die Vorräte schon mal knapp und die Wartezimmer voll werden.

Im vergangenen Winter hatte es nachweislich 1378 Düsseldorfer erwischt, tausend mehr als im Jahr zuvor. „Aber die Zahl der tatsächlich an Grippe erkrankten dürfte zwei bis dreimal höher liegen“, meint Anke Kietzmann. Denn wenn die Symptome eindeutig sind, würden viele Hausärzte erst gar keinen Bluttest machen und somit die Krankheitsfälle auch nicht melden.

Trotz aller Appelle: Schätzungsweise nur jeder Dritte lässt sich impfen, dabei müssten es nach Einschätzung der Medizinerin mindestens 75 Prozent sein. Aus zwei Gründen: zum Eigenschutz und um andere vor Ansteckung zu schützen. Das gilt vor allem für ältere Menschen und chronisch Kranke, bei denen das Immunsystem ohnehin geschwächt ist. Für sie kann die Influenza lebensbedrohlich sein. „Aber auch für alle anderen gilt: Mit einer Grippe ist man heftig krank, liegt zwei Wochen im Bett, und danach ist der Körper deutlich geschwächt“, so Kietzmann.

Dagegen biete eine Impfung nun mal den besten Schutz. Auch wenn der nicht perfekt ist. Das liegt daran, dass Grippeviren von den beiden Typen A und B wahre Überlebenskünstler sind. „Die Grippe ist unberechenbar, denn die Viren mutieren ständig, dadurch gibt es andauernd neue Varianten“, weiß Professor Ortwin Adams, Virologe am Uniklinikum.

Außerdem verändern die Erreger ihre Oberfläche und können dadurch vom Immunsystem nicht erkannt werden. Deshalb wird in jedem Jahr nach dem Rezept der Weltgesundheitsorganisation ein neues Impfserum gemixt, bisher aus drei, in diesem Jahr erstmals aus vier Virenstämmen, zwei von Typ A und zwei von Typ B. Dadurch hofft man, für die kommende Saison deutlich besser gerüstet zu sein. „Allerdings ist es bisher nicht möglich, ein Serum gegen alle Varianten herzustellen“, so Adams.

Die Grundlage dafür ist eine Mischung aus Wahrscheinlichkeitsrechnung und Beobachtung. Die führt auch nach Australien und zu der Frage, welche Viren dort im Winter (wenn bei uns noch Sommer ist) aktiv sind, denn die Erreger sind weltweit unterwegs und werden durch Reisende transportiert.

Die Herstellung des jährlichen Impfstoffs wird dadurch zum Wettlauf gegen die Zeit. „Wenn man Glück hat, passt das Serum dann zu den Erregern.“ Aber einen hundertprozentigen Schutz wie bei anderen Impfungen etwa gegen Masern und Mumps gibt es nicht. Ortwein Adams: „Wenn man trotz Impfung an Grippe erkrankt, dann verläuft sie zumindest sanfter, eher wie ein Schnupfen. Zumindest die ganz schweren Erkrankungen lassen sich vermeiden.“

Hier geht es zur Infostrecke: Fragen und Antworten zur Grippe-Impfung

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