In Düsseldorf sollen Eltern auf den Bring-Dienst für Schulkinder verzichten

Bannkreise und Walking Bus als Alternativen : Eltern-Taxis vor Schulen bleiben in Düsseldorf ein Zankapfel

Zu viele Mütter und Väter fahren ihre Kinder bis vor das Schultor. Die SPD in Düsseldorf-Gerresheim schlägt nun Bannkreise und sogenannte Walking-Bus-Konzepte vor. Was es damit auf sich hat.

Morgens herrscht nicht nur auf Autobahnen Stau, sondern auch vor vielen Düsseldorfer Schulen. Zu viele Eltern setzen ihre Kinder mit dem Auto genau vorm Schultor ab. Das führt nicht nur zu einem Verkehrschaos, sondern auch zu gefährlichen Situationen. Der elterliche Bringdienst soll darum weiter eingedämmt werden.

Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 7 wollte nun von der Verwaltung wissen, ob sie sich vorstellen könne, das Konzept des „Walking Bus“ (Kinder gehen gemeinsam zu Fuß) als Pilotprojekt an einer Schule einzurichten.

In ihrer Anfrage präzisierte die SPD ihre Idee: Rund um Schulen könne es einen 400 Meter weiten Bannkreis geben, „in den die Eltern mit ihren Fahrzeugen nicht eindringen dürfen“. Stattdessen sollten „Haltestellen“ eingerichtet werden, von denen aus die Kinder gemeinsam und begleitet zur Schule gehen – eben als Walking Bus.

„Bei der Einschulung wird natürlich darauf hingewiesen, dass Eltern es anders machen sollten, da halten sich aber wenige dran“, weiß Annalena Schulte, die eine siebenjährige Tochter hat. „Es ist viel zu gefährlich morgens im Dunkeln für die Kinder.“ An der Schule ihrer Tochter in Flingern verscheuche regelmäßig die Polizei Elterntaxis, die in der vierten Reihe parkten.

Auch René Gerst kennt das Problem. Er wohnt in der Nähe des Marie-Curie-Gymnasiums in Gerresheim: „Dort gibt es eigentlich jeden Morgen ein Verkehrschaos.“

Sylvia Österbauer (41) ist Grundschullehrerin und Mutter. Foto: Anna Steinhaus

Die Gerresheimerin Sylvia Österbauer ist selbst Lehrerin an einer Grundschule in Hochdahl, dort scheuche der Hausmeister die Elterntaxis jeden Morgen weg. „Sehr gefährlich“ sei auch der Verkehr an der Schule ihrer Tochter in Vennhausen. „Wir bringen sie deswegen immer zu Fuß bis zum Tor.“

Doch sie alle sehen die Einrichtung einer „Bannzone“ kritisch. „Man sollte an die Vernunft der Eltern appellieren“, sagt Schulte. Zudem gebe es auch an einigen Schulen bereits vergleichbare Angebote. „An der Schule meiner Tochter gibt es schon so eine Art Laufbussystem“, sagt Österbauer.

In ihrer Antwort auf die SPD-Anfrage stellte die Verwaltung am Dienstag klar: „Weder existieren Fahrverbote im Schulumfeld, noch wurde die Verwaltung um deren Einrichtung gebeten.“ Im Übrigen liege die Umsetzung der „Walking-Bus-Konzepte“ bei den Grundschulen.

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