Weiter Streiks an kommunalen Krankenhäusern: In Düsseldorf arbeiten die Ärzte noch

Weiter Streiks an kommunalen Krankenhäusern : In Düsseldorf arbeiten die Ärzte noch

Düsseldorf (dto). Nach den vorerst geplatzten Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 70.000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern gehen die Streiks weiter. Wann die Streiks auch auf die Düsseldorfer Krankenhäuser in Benrath, Gerresheim und die Landesklinik in Grafenberg einbezogen werden, ist weiter offen. Ganztägige Arbeitsniederlegungen sind in NRW unter anderem in Leverkusen, Solingen, im Kreis Aachen und am Klinikum Minden geplant.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatte am Dienstag in Düsseldorf die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände abgebrochen und eine Ausweitung der Medizinerstreiks an den Kliniken angekündigt. Beide Seiten konnten sich nach rund viermonatigen Verhandlungen auch in der sechsten Gesprächsrunde nicht auf Einkommenserhöhungen für die Ärzte einigen.

Der Marburger Bund hält eine Einigung aber weiter für möglich. Gewerkschaftschef Frank Ulrich Montgomery sagte in einem Zeitungsinterview, er "hätte nichts dagegen", wenn der Streit durch einen Schlichter beigelegt werden könne. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Otto Foit, sieht das aber eher skeptisch. "Ich glaube nicht, dass das aktuell wird", sagte er.

Der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Rudolf Henke rechnet damit, dass sich die Zahl der streikenden Ärzte in der kommenden Woche verdoppelt. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir sowohl nach Zahl der Häuser als auch nach Ausbreitungsgrad der Streiks den Konflikt verschärfen", sagte er im Nachrichtensender n-tv. "Wir hatten bisher bis zu 25 Prozent der Belegschaft im Streik. Die ärztlichen Belegschaften werden nächste Woche, denke ich, bis auf 50 Prozent hoch marschieren", sagte Henke.

(afp)
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