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RP-Redakteur machte den Test: In drei Stunden zum Klavierspieler

RP-Redakteur machte den Test : In drei Stunden zum Klavierspieler

Henning Blunk hat eine Methode entwickelt, mit der jeder Anfänger nach sehr kurzer Zeit einige fröhliche Lieder auf dem Klavier spielen können soll. Am Wochenende stellt er sein Konzept in Düsseldorf vor, RP-Redakteur Christian Herrendorf testete die Methode vorab.

Henning. Blunk setzt sich ans Klavier und klimpert einen Boogie Woogie, als liege New Orleans kurz hinter dem Breitscheider Kreuz. "Das können Sie in wenigen Stunden auch", sagt er, obwohl er dabei auf die zehn Finger seines neuen Schülers blickt, die in etwa so filigran sind wie die der Klitschko-Brüder — und kürzer. Sehr linke Hände lässt Blunk aber ebenso wenig als Ausrede gelten wie das Alter. "Bei mir haben auch schon Menschen über 80 Klavier spielen gelernt."

Blunk hat eine Methode entwickelt, dank der Anfänger zügig fröhliche Popularmusik auf dem Piano beherrschen. "Am Ende haben sie ein Repertoire, mit dem Sie auf einer Feier Ihren Freundeskreis locker eine halbe Stunde unterhalten können", sagt der 53-Jährige, der eben durch den Traum vom kleinen Auftritt auf sein Konzept gekommen ist. "Ich wollte einfach nur spielen. So geht es zwei Drittel der Deutschen, aber nur drei Prozent fangen wirklich an."

"Noten sind verboten"

Das mit den wenigen Stunden glaubt der Schüler nach wenigen Sätzen zumindest in einer Hinsicht, denn Blunk spricht so schnell, dass er wohl auch "Krieg und Frieden" in drei Stunden komplett lesen und erörtern könnte. Unter den 1000 Silben pro Minute befinden sich aber auch gleich welche, die dem Anfänger erste Ängste nehmen: "Noten sind bei mir verboten."

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Statt dessen teilt Blunk das Klavier nur in die Zonen mit den zwei und die Zonen mit den drei schwarzen Tasten ein. Der Schüler legt seinen kleinen Finger neben die linke der zwei schwarzen Tasten, lässt drei weiße aus und drapiert den Daumen auf die nächste weiße Taste. Kleiner und dicker Finger schlagen ihre beiden Tasten einmal langsam, einmal schnell an, dann wechselt der Daumen eine Position nach links, spielt wieder lang und kurz und kehrt in seine Ausgangsposition zurück. Und sogar mit dem Rhythmusgefühl eines Presslufthammers schafft es der Schüler so, den tiefen Teil des Boogie Woogie nachzuspielen.

Die erkennbare Melodie reizt zu mehr. Die rechte Hand fängt bei den höheren Tönen wieder neben der linken der zwei schwarzen Tasten an, diesmal folgt aber auf jeder zweiten weißen Taste ein Finger. Die drei klimpern fröhlich einen Akkord, der im Zusammenspiel mit den tiefen Tönen schon das halbe Konzert ergeben.

"Auch nach 25 Jahren Anfänger"

Blunks weitere Lektionen bestehen aus weiteren einfachen Figuren, die der Schüler nur noch treffen muss. Beide Hände springen in ihrer Ausgangshaltung neben die linke der drei schwarzen Tasten, und einer der bisher beschäftigungslosen Finger der Basshand ergänzt zwischendurch noch zwei Töne. So wächst aus den Figuren eine Melodie, die je nach Tempo ein Blues-, ein Boogie-Woogie- oder ein Rock'n'Roll-Lied bilden.

"Ich war vor 25 Jahren Anfänger, und ich bin es immer noch", sagt Blunk. "Popularmusik lässt sich schnell lernen, wer aber klassische Musik spielen will, der braucht tatsächliche jahrelange Übung." Gut, dass der Schüler noch nicht die geplante Frage gestellt hat, wann er nach "Klavier spielen in drei Stunden" denn "Weltkarriere in zwei Wochen" besuchen könne.

(RP)