Immer noch Ärger in Werstener Kleingartenanlage

Investor will Pächter rausklagen : Kleingärtner in Wersten droht der Rauswurf

Nicht genug „kleingärtnerische Nutzung“ – das wirft einer der neuen Investoren der Werstener Kleingartenanlage am Brücker Bach einem der verbliebenen drei Pächter vor und klagt deshalb vor dem Amtsgericht. Der Pächter soll seine Parzelle verlassen.

(wuk) Ein weiterer Pächter soll aus der Werstener Kleingartenanlage am Brücker Bach verschwinden. Darum rankt sich ein weiterer Prozess vorm Amtsgericht. Kläger ist einer von drei Investoren, die 16 der 35 Parzellen übernommen hatten. Die Pläne des Trios nehmen nun konkretere Formen an. So haben jene Neu-Eigner angekündigt, in Zusammenarbeit mit dem Zakk in mindestens zwei Parzellen künftig Hochbeete und Nachbarschaftsgärten einzurichten. 13 der bisherigen Pächter mussten dafür schon ihre Lauben räumen, darunter auch Altstadt-Wirt Peter Tuxhorn. Jetzt geht einer der Investoren gegen den nächsten der verbliebenen drei Pächter vor. Der Vorwurf auch diesmal: Auf dessen Parzelle werde angeblich nicht genug „kleingärtnerische Nutzung“ betrieben. Dagegen sträubte sich der Laubenpieper: Er habe den Kleingarten in Wersten vor 44 Jahren übernommen und an der Aufteilung der Parzelle nichts geändert. Mit den neuen Besitzverhältnissen änderte sich aber dieser Blickwinkel. Der Neu-Eigner beruft sich auf das Kleingartengesetz, ließ neben seiner Forderung nach mehr angebautem Obst und Gemüse zur Selbstversorgung aber wegen Problemen mit dem Abwassersystem zugleich das Wasser abklemmen. Und der Besitzerin einer Reitanlage soll er gar erlaubt haben, eine Ladung Pferdedung am Eingang der Anlage abzukippen – was zu einer Fliegenplage führte. Ob der drittletzte der langjährigen Gartenpächter jetzt aber auch juristisch gezwungen werden kann, seine Parzelle aufzugeben, will die Richterin am 4.September verkünden.

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