Düsseldorf: Immer mehr Wohnungen stehen leer

Düsseldorf: Immer mehr Wohnungen stehen leer

Allein im Jahr 2012 standen in Düsseldorf nach städtischen Angaben 4,09 Prozent der Wohnungen mehr als drei Monate lang leer. Den damaligen Wohnungsbestand von insgesamt 347.801 zugrundegelegt, entspricht das 14.225 Wohnungen. Was sind die Gründe?

Die Linke hat jetzt im Ausschuss für Wohnungswesen dazu eine Anfrage gestellt, nach Details und den Gründen. Wohnungsamtsleiter Thomas Nowatius betonte zu Beginn, dass die Erhebung der Daten nur auf solchen der Stadtwerke basiere (abgemeldete Stromversorgung) und nicht den kompletten Wohnungsbestand abbilde. Demnach lag die Leerstandsquote 2005 nur bei 1,89 Prozent, vier Jahre später bereits bei 2,15 Prozent.

Ob sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Düsseldorf verdoppelt hat, wie die Linke deshalb vermutet, wollte Nowatius angesichts der dürftigen Erhebungsgrundlage nicht bestätigen. Es habe in den vergangenen Jahren nur 2011, im Rahmen der Volkszählung "Zensus" eine echte Vollerhebung gegeben.

Werte um die drei Prozenwerden laut Nowatius in der Fachwelt als Zeichen eines funktionierenden Wohnungsmarkts gesehen: "Drei Prozent sind als Fluktuationsreserve nötig." Dennoch steht der Trend fest: Trotz der hohen Nachfrage auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt nimmt der Leerstand zu.

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Die Gründe können vielfältig sein: Unbewohnbarkeit des Objekts, laufende oder anstehende Sanierungen, geplanter Abriss. Ein weiterer Grund könne die langsame "Marktreaktion auf die fertiggestellten Neubaugebiete" sein, so Nowatius.

Mehr Klarheit soll eine verlässlichere Auswertung der Daten von Stadtwerken und Statistikamt bringen. Eingreifen kann die Stadt aber nur bei Sozialwohnungen, andere Möglichkeiten fehlen, seit Landesgesetze geändert wurden.

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(RP)
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