Immer mehr Düsseldorfer nutzen Dinge gemeinsam

Sharing Economy : Leihen, teilen, mieten statt kaufen

Weniger selbst besitzen, dafür mehr Dinge mit anderen gemeinsam nutzen – „sharing economy“ ist ein Trend, dem sich auch in Düsseldorf viele anschließen. Ein Überblick, welche Projekte es bereits gibt.

Gemeinschaftsgärten Bei Gärtnern hat eine gemeinschaftliche Nutzung Tradition. Neben den Schrebergärten gibt es aber auch zahlreiche neuere Projekte, bei denen Nachbarn oder Freunde Blumen, Obst und Gemüse anbauen. Unter dem Namen Zakk-findet-statt kümmern sich Bürger um zehn Stadthochbeete in Eller und Wersten. Der Gemeinschaftsgarten Ellerstraße wird von den Oberbilker Stadtgärtnern betreut. Das Projekt Düsselgrün kümmert sich um einen Garten im WGZ-Park und bietet einen Gartentreff an. In Niederkassel und Volmerswerth können Bürger beim Start-up „Meine Ernte“ ein Stück Feld mieten, um dort Gemüse zu ernten.

Kleidertauschbörse Im Jungen Schauspielhaus treffen sich montags von 15 bis 22 Uhr Bürger der Stadt mit Geflüchteten im Café Eden und tauschen sich über Kunst und Kulturen, Gott und die Welt aus. Ein neues Projekt ist die Kleidertauschbörse, die das Junge Eine Welt Forum mit ins Leben gerufen hat. Besucher können Kleidung mitbringen und mitnehmen. „Das Publikum ist bunt gemischt“, sagt Projektleiter Günter Kömmet. Männer und Frauen, alt und jung, so dass alle Kleidergrößen und viele Geschmäcker vertreten seien. Der nächste Termin ist am 24. September ab 16 Uhr.

Carsharing Wer auf das eigene Auto verzichtet, kann in Düsseldorf für eine Autofahrt die Angebote von Car2Go (Mercedes-Benz) und Drive Now (BMW) nutzen. Die Kunden schließen einen Rahmenvertrag ab und holen die Mietautos selbständig ab. Sie finden die Fahrzeuge über eine Smartphone-App ohne feste Abhol- und Rückgabeplätze. Kosten für Versicherung, Tanken und Parken sind im Mietpreis inbegriffen. Ein Tarif mit minutengenauer Abrechnung ist besonders beliebt.

Mietfahrräder Vier Bike-Sharing-Anbieter mit zusammen rund 2250 Rädern buhlen um die Gunst der Kunden: Fordpassbike ist der größte Anbieter in der Stadt, eine Kooperation von Ford und der Deutschen Bahn. An 135 Stationen auf beiden Rheinseiten stehen 1200 Räder zum Ausleihen. Neu dazugekommen ist das chinesische Unternehmen Mobike. Nextbike war vor zehn Jahren der Pionier. Bei den Preisen gibt es keine großen Unterschiede, etwa eine halbe Stunde kostet ein Euro. Bei Fordpass loben die Nutzer die Räder, die leicht im Stadtgebiet zu finden sind, beim Neuzugang Mobike die App. Ganz neu ist Flexbeee.

Foodsharing Bei der Düsseldorfer Foodsharing Initiative machen 400 Retter von Lebensmitteln mit, 40 Betriebe sind Kooperationspartner. Über eine digitale Stadtkarte können die Retter sehen, wo es welche überschüssigen Lebensmittel gibt. An sechs Standorten werden sie gesammelt und verteilt. Im vorigen Jahr wurden auf diese Weise 160 Tonnen Lebensmittel gerettet. Auf der Seite www.foodsharing.de lässt sich die Karte mit den Angeboten im Stadtgebiet anklicken. Dazu erscheinen die Kommentare der Spender und Interessenten.

Coworking Space Im Gewächshaus Düsseldorf an der Mindener Straße 30 können Freiberufler und Selbständige einen Arbeitsplatz mieten und gemeinsame Infrastruktur nutzen – für einen Tag oder länger. Super7000 an der Rather Straße 25 veranstaltet darüber hinaus Events zu verschiedenen Themen, die nebenbei das Netzwerken erleichtern. Bei Factory Campus an der Erkrather Straße 401 und Startplatz an der Speditionstraße 15a können Startups sich austauschen und Unterstützung bekommen.

Care&Share Düsseldorf Wer hat nicht noch irgendwelchen Kram zu Hause liegen, der nicht mehr gebraucht wird? Kleidung, die nach der letzten Diät nicht mehr passt, Teller von einem alten Service, ungenutzte Tapetenrollen und Wandfarbe im Keller, um nur mal die Klassiker zu nennen. Auf der Facebookseite Care & Share Düsseldorf posten die mehr als 8700 Mitglieder, was sie umsonst abzugeben haben und fragen nach, ob jemand das, war man selbst gerade benötigt, übrig hat.

Umsonstladen Der Verein Niemandsland betreibt an der Heerstraße 19 einen Laden, in den Bürger Sachen bringen und mitnehmen können: Kleidung, Spielsachen, Haushaltswaren und Büroartikel. Größere Gegenstände wie Möbel können an der Pinnwand über einen Aushang angeboten werden. Das Geschäft ist freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Tauschring Etwa 200 Mitglieder tauschen untereinander kostenlos Waren und Dienstleistungen aus. Dabei sind die Arbeiten gleichwertig. Bemessen wird der Tausch in Zeiteinheiten. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum Tauschen, Trödeln, Erzählen und Kennenlernen. Kontakt unter Telefon 28 13 68 oder im Internet unter www.tauschring-duesseldorf.de.

Werkzeugvermietung In Flingern können Handwerker und Hobby-Handwerker seit 30 Jahren Profi-Werkzeug mieten. Delvos an der Flurstraße 79 stellt von Baumaschinen über Gartenwerkzeuge bis zu Maschinen alles zum Renovieren bereit. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 7 bis 16 Uhr, samstags 7.30 bis 12.30 Uhr.

Couchsurfing Reise- und kontaktfreudige Menschen bieten auf der Internet-Plattform Kontakt und eine Unterkunft zur Übernachtung an. Mehr als 14.000 Düsseldorfer sind dort registriert.

Mehr von RP ONLINE