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Der Künstler und seine Werke: Immendorff: Zwischen Maleraffe und Szene-Kneipen

Der Künstler und seine Werke : Immendorff: Zwischen Maleraffe und Szene-Kneipen

Düsseldorf (dpa). Der Düsseldorfer Maler Prof. Jörg Immendorff gehört zu den international bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Geboren 1945 in Niedersachsen, wurde er in den 60er Jahren Student bei Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Immendorff engagierte sich politisch und nannte ein Bild ironisch "Hört auf zu malen!". Kurz darauf wurde er von der Akademie verwiesen, an der er seit 1996 nun selbst Professor ist. Bis 1980 arbeitete Immendorff als Kunsterzieher.

Seine bedeutendeste und in Werken zur Gegenwartskunst meist abgebildete Arbeit ist der expressive und von großen Menschenfiguren dominierte Bilderzyklus "Café Deutschland", den er im Jahre 1978 begann. Zentrales Thema des Künstlers war die deutsche Teilung und deren Folgen. Seit den 70er Jahren arbeitete er eng mit dem Dresdener Maler A.R. Penck zusammen.

Immendorff wurde Mitbegründer der Malerbewegung der "Jungen Wilden" und gehörte weiter zum Beuys-Umkreis. In Hamburg und Düsseldorf eröffnete er Szene-Kneipen. Heute gehört der gefragte Künstler, der sich auch gern an der Seite seiner jungen Ehefrau als schillernde Partypersönlichkeit zeigt, zu den bekanntesten Malern im Lande.

Immendorff schuf Bühnenbilder für die Salzburger Festspiele und porträtierte Bundeskanzler Gerhard Schröder, der ihn auf Auslandsreisen mitnahm. Mit seiner heutigen Arbeit tendiert der 58- Jährige zum Surrealismus. Kleine Figuren dominieren die Malereien. Mit seinem Maleraffen-Motiv, einem Schimpanse mit Pinsel, ironisiert er oft das Künstlergewerbe. Er lehnt es ab, in seinen Bildern Geschichten darzustellen. Aufsehen erregte 1999 Immendorffs riesige Bronze-Plastik in Baumgestalt für die Stadt Riesa.

Seine erste große Retrospektive hatte er erst 1996 im Kunstmuseum Wolfsburg, in den 80er Jahren nahm er Teil an der documenta in Kassel. Immendorff, der seit einiger Zeit an Lähmungserscheinungen seines linken Armes leidet, ist Träger des mit 250.000 US-Dollar weltweit höchst dotierten Kunstpreises, des Marco-Preises aus Mexiko.