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Streit um verkaufte Affenskulpturen: Immendorff-Witwe verklagt Achenbach

Streit um verkaufte Affenskulpturen : Immendorff-Witwe verklagt Achenbach

Oda Jaune, die Witwe des Künstlers, verlangt vom Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach 510.000 Euro Honoraranteil aus dem Verkauf der Affenskulpturen. Die Vermarktung der bis zu zwei Meter hohen Werke war seinerzeit mündlich vereinbart worden.

Rund fünf Jahre nach seinem Tod gibt es — seit gestern — unter dem Aktenzeichen 12 O 163/11 einen weiteren Prozess um den Nachlass des Künstlers Jörg Immendorff. Klägerin in diesem fünften Verfahren ist dessen Witwe Oda Jaune, bürgerlich: Michaela Immendorff.

Die 32-Jährige fordert von der Firma des einstigen Immendorff-Vertrauten und Kunsthändlers Helge Achenbach rund eine halbe Million Euro aus dem Verkauf von Affen-Skulpturen, die der Meister einst geschaffen hatte. Verhandelt wurde aber nicht. Weil die Zivilkammer trotz Erkrankung des Achenbach-Anwalts am Prozesstermin festhielt, liegt gegen die Vorsitzende Richterin jetzt ein Befangenheitsantrag vor.

Immendorff-Witwe Oda Jaune kennt das Düsseldorfer Landgericht bestens aus der Perspektive der Klägerin, aber sie wird dort auch verklagt. Denn der uneheliche Sohn ihres im Mai 2007 verstorbenen Mannes fordert von der 32-jährigen Alleinerbin seit Jahren seinen Pflichtteil am Nachlass seines weltberühmten Vaters.

Als Klägerin wiederum ist die Malerwitwe in zwei Prozesse um die Echtheit von angeblichen Immendorff-Gemälden verstrickt. Und in einem weiteren Zivilverfahren tritt Oda Jaune gegen den Sohn von Nagel-Künstler Günther Uecker, den 54-jährigen Marcel Uecker-Harding auf.

Dort verlangt die Witwe vom früheren Künstler-Freund einen Anteil von 112.000 Euro am Verkauf von drei Immendorff-Skulpturen unter dem Namen "Imme" oder "Malerbiene". Im jetzt fünften Prozess, diesmal gegen "Achenbach Art Consulting Gesellschaft für Kunstberatung", klagt die Witwe gegen den langjährigen Wegbegleiter und Immendorff-Vertrauten Helge Achenbach.

510.000 Euro Honoraranteil verlangt sie als Klägerin von der Achenbach-Firma, die seit einer einst mündlich getroffenen Absprache zwischen Immendorff und Achenbach mit dem Verkauf von Affen-Skulpturen betraut ist. Diese Verabredung bestreitet die Achenbach-Consulting nicht. Doch jene Forderung sei "nicht fällig", hieß es in Schriftsätzen des Achenbach-Anwalts.

Außerdem habe man sich außergerichtlich längst mit der Immendorff-Witwe geeinigt, auch wenn daraus noch keine Zahlungen geflossen sind. Und doch beharrt die Immendorff-Erbin jetzt auf ihrer Zivilklage. Doch dann fiel der Gegenanwalt wegen einer Erkrankung aus, dessen Büro beantragte eine Terminverlegung — und die Richterin lehnte ab.

Das Verfahren sei nicht derart komplex, dass nicht auch ein anderer Anwalt jenes Büros auftreten könne, hieß es. Doch statt eines Kollegen des kranken Achenbach-Anwalts kam gestern ein Befangenheitsantrag gegen die Richterin: Ihre Zurückweisung der Terminverlegung lasse Zweifel an ihrer Unbefangenheit aufkommen. Bis das geklärt ist, ruht das Verfahren. Von Helge Achenbach, kurzfristig im USA-Urlaub, kam am Mittwoch keine Stellungnahme. Er lehnte auf RP-Anfrage jeden Kommentar zur Immendorff-Klage ab mit Hinweis auf "das laufende Verfahren".

(RP/ila/jco)