Imbiss-Chefin an der Bolkerstraße in Düsseldorf soll Großbrand verursacht haben

Verfahren vor dem Amtsgericht : Imbiss-Chefin soll Großbrand verursacht haben

An der Bolkerstraße war 2017 ein Millionenschaden entstanden. Das lag laut Anklage auch an nicht gereinigten Fettfiltern.

(wuk) Für einen Altstadt-Großeinsatz der Feuerwehr an Karfreitag 2017 soll eine 72-jährige Imbiss-Chefin durch puren Leichtsinn gesorgt haben. Durch das Vorheizen eines Spießbraten-Grills am Vormittag habe sie nahezu das komplette Haus in Brand gesetzt, heißt es jetzt in einer Anklage gegen die Seniorin wegen fahrlässiger Brandstiftung. Das Amtsgericht will den Fall, bei dem niemand verletzt wurde, aber ein „Sachschaden in Millionenhöhe“ entstanden sein soll, am Donnerstag (11. April, 11.45 Uhr) verhandeln.

Man hätte die Fettfang-Filter über der Rotisserie in jener Garküche regelmäßig reinigen müssen. Zu diesem Ergebnis kamen Experten bei ihrer Suche nach der Brandursache. Durch die offenen Flammen im Grill sei abgelagertes Fett in jenen Filtern zunächst entzündet worden. Binnen kürzester Zeit hätten die Flammen dann in einer Art Kamin-Effekt durch den blechernen Abluftkanal die oberen Stockwerke erreicht und sogar das Dach und den Spitzboden des Gebäudes an der Ecke Bolker Straße und Mertensgasse. Passanten hatten den Rauch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die – wegen der engen Gassen in der Altstadt üblich – mit einem Großaufgebot anrückte.

Hinterher fiel außerdem auf, dass in diesem Abluftkanal, der eine Feuersäule fast ungehindert nach oben leitete, keine der vorgeschriebenen Brandschutzkappen eingebaut waren. Auch sei der Kanal nur aus Blech gewesen statt aus nicht brennbaren Materialien, wie erforderlich. Ob die 72-jährige Grill-Chefin, die dort Mieterin war, dafür verantwortlich gewesen ist – auch das will das Gericht nun prüfen. Jedenfalls hätte die Betreiberin laut Anklage dafür sorgen müssen, dass der Grill und sämtliche Fettfang-Filter regelmäßig gereinigt werden.

Nur weil das nicht geschehen sei, sollen die Flammen schon beim Vorwärmen unbemerkt nach oben gelangt sein und über drei Stockwerke hinweg durchgeschlagen haben. Mit vier Löschzügen war die Feuerwehr damals im Einsatz, konnte die Flammen eindämmen und ein Übergreifen auf nebenstehende Gebäude verhindern. Durch den Einsatz musste der Zugweg einer Karfreitagsprozession geändert werden. Gingen erste Schätzungen noch von einem Sachschaden von 600.000 Euro aus, wird er in der Anklage jetzt deutlich höher beschrieben. Mit einem Urteil wird noch am Donnerstag gerechnet.

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