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Düsseldorf: IHK-Umfrage: Firmen sind optimistisch

Düsseldorf : IHK-Umfrage: Firmen sind optimistisch

Die Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein (IHK) haben 800 Unternehmen nach ihrer Einschätzung gefragt. Vor allem in Düsseldorf zeigt sich viel Dynamik, und die Stadt liegt über dem Bundesdurchschnitt

Die Zeichen der regionalen Wirtschaft stehen weiterhin auf Wachstum. Die aktuelle IHK-Konjunktur-Umfrage, an der sich 800 Unternehmen der Kammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein — von Niederberg bis zur niederländischen Grenze — mit zusammen 80 000 Beschäftigten beteiligt haben, zeigt: Die Beurteilungen der eigenen Geschäftslage und der Geschäftserwartung legen nochmals zu.

Der zuletzt gestiegene Konjunktur-Klima-Index hat damit auf fast 30 Punkte zugenommen. Das gab es zuletzt vor drei Jahren, im Frühsommer 2011. "Der Aufwärtstrend setzt sich fort, und der Aufschwung ist in Sicht. Vor allem Düsseldorf mit seiner erfreulichen Dynamik schneidet prima und mit Abstand zum Bundesdurchschnitt ab", freute sich Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, über die gestern präsentierten Ergebnisse der IHK-Konjunktur-Umfrage zu Jahresbeginn. Das kleine Zwischentief der ersten Jahreshälfte 2013 sei überwunden. 39 Prozent aller Betriebe bezeichneten ihre Geschäftslage als gut, das sind acht Prozentpunkte mehr als im Spätsommer.

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Noch etwas stärker haben sich —• so Siepmann — die Konjunkturerwartungen verbessert. Demnach überwiegen die optimistischen Stimmen die pessimistischen um 37 Prozent — elf Prozentpunkte mehr als noch im vergangenen Herbst. "Der gesunde Schuss Konjunkturoptimismus trifft alle Branchen gleichermaßen", betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer und bezeichnete die Aufwärtsentwicklung als solide. "Da sehe ich noch Spielraum für mehr." Am besten ist dabei die Geschäftslage bei den unternehmensnahen Dienstleistern. Insbesondere der Großhandel und die Vorleistungsgüterproduzenten melden eine merklich bessere Lage als in der Vorumfrage.

Ein Grund für die Konjunkturbelebung sei die erstmals seit zwei Jahren wieder gewachsene Inlandsnachfrage, während der sich ohnehin schon auf hohem Niveau befindende Auslandsabsatz nur wenig zugenommen habe. Die Personal- und die Investitionsplanungen der Unternehmen sind vor dem Hintergrund der guten Prognosen leicht gestiegen.

Als Risiko nennen die Befragten insbesondere die anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreise, die Entwicklung des Binnenmarktes sowie den Fachkräftemangel. Konjunkturrisiko Nummer 1 bleibe in der regionalen Wirtschaft die Inlandsnachfrage (56 nach zuvor 65 Prozent der Betriebe). Die Industriebetriebe seien am stärksten über die Energiepreisentwicklung besorgt (52 Prozent). Sie befürchten die Folgen der EEG-Reform und des drohenden EU-Beihilfeverfahrens - zumal die internationale Konkurrenz durch die Entwicklung der Weltmarktpreise entlastet werde.

"Nach Branchen differenziert befinden sich die unternehmensnahen Dienstleister und das Baugewerbe derzeit in der besten Geschäftslage", ergänzte Rainer Növer, Chefvolkswirt der IHK Mittlerer Niederrhein. Besonders gut ist demnach die Situation bei den Beratern und Wirtschaftsprüfern sowie in der Telekommunikation, sehr zuversichtlich sind IT-Dienstleister und Unternehmensberater, die ja in Düsseldorf gut vertreten sind. Die Bauwirtschaft gerade in der Landeshauptstadt mit ihren zahlreichen Baustellen meldet eine stabile gute Basis. Vor allem der Tiefbau profitiert nach den Umfragen von vielen Infrastrukturprojekten wie beispielsweise der Neugestaltung der Innenstadt und dem Bau der Wehrhahnlinie. Ein Dämpfer sei der Fachkräftemangel, "es fehlen die passenden Mitarbeiter".

Auch der Einzelhandel - so Növer - sei nicht unzufrieden. Die aktuelle Beurteilung sei die beste seit drei Jahren. Insgesamt trumpft Düsseldorf mit seinen Stärken und der Vielfalt an Branchen auf", sagte Udo Siepmann. Wobei sich die internationale Mischung der hiesigen Unternehmen, die gute Infrastruktur und vor allem die Nähe zum Flughafen positiv auf die Geschäfte auswirkt. "Um Spielraum für weitere Entwicklungen und neue Industrien zu gewinnen, brauchen wir allerdings neue Flächen. Die wachsende Stadt stößt an ihre Grenzen."

(RP)